V'05

Hauptprogramm




Das 43. Vienna International Film Festival mag zwar links und rechts von großen Namen flankiert sein, dem Geist der letzten Jahre - das Schaffen Einzelner zu verfolgen und neuen Filmemachern eine Bühne bieten - ist man dennoch treu geblieben. Eröffnet von Woody Allen ("Match Point"), beendet von George Clooney ("Good Night, and Good Luck"), präsentiert sich die Viennale 2005 so bunt wie eh und je, ein Fakt, der wie schon im letzten Jahr durch die "Propositions"-Schiene unterstrichen wird.

Aus einer 291 Arbeiten aus 48 Ländern umfassenden Liste, wurden insgesamt wieder 12 Produktionen exemplarisch für das Gesamtprogramm ausgewählt, darunter Werke wie Bill Daniels Hobo-Doku "Who Is Bozo Texino?", Cristi Puiu's Krankenhaus-Odyssee "Moartea Domnului Lazarescu" und der in Locarno mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnete "Mashista" von Brilliante Mendoza.

Will heißen, dem Spirit des Festivals entsprechend, nahm man bei der Selektion des Hauptprogramms erneut kaum Rücksicht auf große Namen, Publikums-wünsche oder gar Genreinteressen, stattdessen erhält man einen sehr spezifischen Einblick in den Status Quo des internationalen Gegenwartskinos. Das mag in Sachen durchgehender Qualitätssicherung nicht völlig funktionieren, garantiert aber zumindest einen spannenden und das Publikum fordernden Ablauf.

Ganz leer geht man bei der Suche nach den üblichen Verdächtigen aber natürlich auch in diesem Jahr nicht aus. Lars van Trier ("Mandalay"), Gus van Sant ("Last Days", Philippe Garrel ("Les Amants réguliers"), Tsai Ming-liang ("Tian Bian Yi Duo Yun"), Jean-Pierre und Luc Dardenne ("L'Enfant"), Don McKellar "Childstar", Takeshi Kitano ("Takeshis") - allesamt große Namen, die einen guten Kontrast zu den zahlreichen frisch zu entdeckenden beziehungsweise verhältnismäßig am Beginn ihrer Karriere stehenden Filmemachern bilden.

Ein Konzept, das sich international herumgesprochen hat, wie der Fakt belegt, dass sich die Viennale zuletzt erfolgreich als Premierenfestival der etwas anderen Art positionieren konnte. Insgesamt 15 Produktionen erfahren heuer in Wien ihre weltweite Erstaufführung, darunter "Black Dragon Canyon" von Jay Keitel, neues von Jean-Claude Rousseau ("Non rendu", "Comme une ombre légère") und der chinesische Film "Alian" von Wei Yueqi.

Ein steter Begleiter wird natürlich auch in diesem Jahr wieder der Viennale-Trailer sein, für den sich heuer der New Yorker Avantgardist Ken Jacobs verantwortlich zeichnet.


Bashing
Childstar
Edmond
Inuneko
Last Days
L'Enfant
Mang Zhong
Mu
Takeshis