Konstante Weiterentwicklung steht im Hause der Viennale seit jeher ganz oben auf der Tagesordnung. Weshalb auch der diesjährige große wellbuilt-Vorbericht, bevor es ans programmtechnische Eingemachte geht, zuallererst einmal einen Blick auf jene wichtigen, relevanten und überraschenden Neuerungen wirft, die das Gesicht der 43. Auflage des Festivals mitprägen werden.

Erwähnung finden muss diesbezüglich vor allem die für einen Großteil der Besucher vermutlich erfreulichste neue Errungenschaft, ist es Direktor Hans Hurch doch, nicht zuletzt dank einer Finanzspritze von Seiten der Stadt, gelungen, den Rahmen des Festivals um eine weitere, voll auslastbare Spielstätte zu erweitern. Neben den schon traditionellen Fixpunkten Gartenbau, Urania, Metro und Stadtkino, kehrt 2005 nämlich auch das Künstlerhaus wieder in den Schoß der Viennale zurück, ein Schritt, welcher der über die Jahre konstant angewachsenen Kartennachfrage Rechnung trägt. Nicht mehr Filme sind das Ziel, sondern a, die Möglichkeit ausgewogener programmieren zu können und b, besonders populäre Filme in einer dritten Vorstellung zugänglich zu machen.

Erfolgreiche Neuerungen aus dem Vorjahr, wie die zwölf handverlesene Werke umfassende Propositions-Schiene oder die heuer ganz im Zeichen von Andy Warhol stehende Working Class Reihe ("Why Warhol Matters"), werden weitergeführt, neu hingegen ist die Üppigkeit in Sachen Sonderveranstaltungen. Unbestrittener Höhepunkt dürfte diesbezüglich wohl Jane Birkins Konzert im Volkstheater sein, aber auch die Fotoausstellung zu Ehren des amerikanischen Künstlers Gerard Malanga und Pedro Costas Video-Installation "Minino macho, mininio femea" versprechen maximales Programm abseits der Leinwand.

Das im Schwerpunktbereich weiterhin voll und ganz auf Kontinuität gesetzt wird, ist angesichts der auslastungstechnischen Erfolge in den letzten Jahren mehr als verständlich und nachvollziehbar. Neben den Standards Hauptprogramm, Kurz- und Dokumentarfilm und Retrospektive, gibt es zu Ehren von Jane Birkin und Bueno Aires wieder zwei große Viennale-Tributes, die Special Programs widmen sich dem portugiesischen Filmemacher Pedro Costa, der chinesischen Stummfilmikone Ruan Lingyu, Gerard Malanga und dem zehnstündigen Mammutprojekt "The Evolution of a Filipino Family". Das Filmarchiv präsentiert die Schienen "Proletarisches Kino in Österreich" und "ORF3".

Für Informationen zur Organisation, dem Ticketkauf, Partys oder der wieder im Dachgeschoss der Urania beheimateten Viennale Zentrale sei hiermit gerne auf die offizielle Festival-Homepage verwiesen


Nicolas Ossberger