:  bottervogel  : Haßt Dominik Dusek Donald Duck?  

"Die musikalische Untermalung zu einem Eiskunstlauf", diese Beschreibung ist jemandem zu Bottervogel einmal eingefallen; oder auch: "Musik zum Runterkommen von einem Trip". Beides Beschreibungen mit denen sich Dominik Dusek im Gespräch mit Thomas Weber einverstanden erklärt.    

Bottervogel, für den Namen des Projekts von Dominik Dusek, dem Schlagzeuger der Wiener Experimentalpopper Snakkerdu Densk, gibt es eine ganz pragmatische Erklärung: Der Pirat Donald Duck wird in einer seiner Comic-Geschichten von seinem Papagei immer wieder Bottervogel geschimpft. Somit ist der Begriff beides in einem: Seemannsschimpfwort und inspirierendes Kunstwort. Eine Wortschöpfung nämlich, die als Name genau zu dem bescheidenen Angestellten paßt, der in der Nummer `Wanne-Eickel´ aus seinem Leben erzählt. Der wiederum steht auch für einen Teil Dominik Duseks selbst, "als Mensch der von viel mehr träumt als er aus sich herausläßt."  der bottervogel 
 San Fran, Vaduz, Ulan Bator, Budapest und eben Wanne-Eickel.  Diese Städte tauchen als Bezugspunkte auf, sollen die Stimmung eines Songs auf den Punkt bringen. Wien als Wohnort und wohl dominierende Inspirationsquelle Dominiks taucht hingegen nirgends auf. "Das ist irgendwie ganz die alte Snakkerdu Densk Richtung, dieses Internationale..." Sonst aber gibt es kaum Gemeinsamkeiten zwischen seinem Einzelgang und der Band in der er seit Anfang der 90er Jahre hinterm Schlagzeug sitzt. Denn auch Snakkerdu Densks künstlerischer Ansatz ist ein ganz anderer als sein selbstgewählter. "Bei Snakkerdu Densk geht es vielmehr um abstrakte Eindrücke, wobei es nicht so wichtig ist, daß jedes Wort genau verstanden wird. Mitunter auch deshalb singen Snakkerdu auf Englisch. Mit Bottervogel geht es mir aber auch um die Herausforderung deutsche Texte zu schreiben - die hier eben von allen verstanden werden - und dabei trotzdem nicht platt zu wirken."  Ein Wagnis, das einzugehen sich wirklich gelohnt hat. Nichtsdestotrotz, oder vielleicht gerade deshalb, sind vier der sechs Lieder rein instrumental ausgefallen. "Intelligenter Easy Listening mit Vorbehalten" kategorisiert Dominik auch selbst Bottervogel, denn letztendlich sagt dieser Begriff ja alles und nichts aus. Die Crippled Dick Hot Wax-Veröffentlichungen von Soundtracks französischer Soft Sex Filme, an die seine Nummer zeitweise erinnern, kennt er selbst kaum, "aber sicher, alles ist sehr stark an Film- und Fernsehmelodien angelehnt."  Auch der geniale Soundmeister Fred Frith hat vereinzelt hörbare Spuren hinterlassen. "Vor fünf sechs Jahren war der ein großer Held von mir. Er setzt Sounds und Stimmungen einfach unglaublich gut ein."  
   
 "Die musikalische Untermalung zu einem Eiskunstlauf", diese Beschreibung ist jemandem zu Bottervogel einmal eingefallen, oder auch "Musik zum Runterkommen von einem Trip". Mit Beidem erklärt Dominik sich einverstanden, der Eiskunstlauf-Vergleich begeistert ihn sogar, denn schließlich ist das "eine Sportart, die sehr zu Herrn Bottervogel paßt." Alldenjenigen, die mit diesen Beschreibungen jetzt nichts anfangen können, denen kann Bottervogel nur wärmstens zum Autofahren empfohlenen werden; als authentisch spaciges Chillout um die eine oder andere Nacht ausklingen zu lassen. Also ganz einfach wieder einmal die Antithese zu Rock`n Roll und Allem was da so dazu gehört.   
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