:  hausmarke  : 

Ebenso wie sein Fanta4-Kollege Thomas D, hat auch Hausmarke, alias Michael Beck, die Fanta-Pause genutzt, um seinen Stil im Album "Weltweit" zu präsentieren. Am 4.3.98 erzählte er mir bei einem Kaffekränzchen, wie das jetzt so ist... 
Interview von  :  Ivo Trompler  :

]War die Entwicklung deines Soloalbums im Verhältnis zu den Fanta4-Alben stressiger?[ 
Es war gar nicht stressiger. Stressiger ist Interviews geben, weil ich hab da vorher immer das Maul gehalten. Bei Fanta4 hat Smudo die ganze Zeit geredet. Jetzt muß ich selber reden, und das ist stressig. Aber sonst war es cool, weil ich bin mit Thomilla abgehangen, mit dem ich sowieso viel rumhäng, und ich hab die Chance gehabt mit Leuten zu arbeiten, die bei Fanta4 keinen Platz haben, weil da sowieso die Auseinandersetzung mit der Gruppe in sich ist. Es war eigentlich einfacher, als das Endresultat aus vier verschiedenen Meinungen herzustellen, weil ich die Regie hatte zu sagen: wir machen das, oder wir machen’s nicht, und deswegen ging’s viel straighter. Eine Idee war da- zack- ein Text war geschrieben, oder ich hab mir gedacht: mit dem und dem möcht ich’s gern machen, hab ihn angerufen, und dann ja, oder nee, keine zeit, kein bock oder ja gerne. Also bei Fanta4 unterscheidet sich die Arbeit von meinem Soloalbum ganz wesentlich dadurch, daß es immer so ein Kollektivresultat aus vier verschiedenen Einflüssen ist. Das war dann irgenwie so ein Grund eine Soloplatte zu machen. Auf der Lauschgift hat es sich schon angebahnt, daß wir drei MC’s irgendwie einen eigenen Stil haben, und es wurde- glaub ich- auch mal Zeit, aus dem Batzen der Fanta4, quasi, die Randerscheinung voll auszuleben. Das war beim Thomas eher weg vom HipHop, bei mir eher hin zum Clublastigen, und Smudo mußte mal ganz weg (ist nach Hamburg gezogen), und Andy hat ewiglang das Studio geplant. Im Endeffekt glaub ich, daß das wiedermal gut tut, weil jetzt ist es mal so ein bißchen "OK", weil wieder mal Bock da ist, gemeinsam zu arbeiten. 
]Entstehen deine Texte eher durch Freestyle zur Musik, oder gibst du dir ein Thema vor, und suchst dann den passenden Sound?[ 
Es hat schon mit der Musik zu tun, aber viele Sachen kommen aus dem Freestyle. Oft ist es auch so. Thomilla ist noch nicht so lang dabei, und hat erst jetzt das richtige Equipement. Er ist ein- find ich- super Produzent, und ist dann so abgegangen, daß er jeden zweiten, dritten Tag ein neues Track-Layout gemacht hat, und da war von den Layouts soviel da, daß ich gesagt hab, da könnt’ ich mir das so und so vorstellen, eine Geschichte... 
Es waren einfach so viele Vorschläge und Layouts, daß es Hand in Hand ging. Für jeden Gedanken den ich zum Text gekriegt hab, war ein Stück Musik da, daß ich gefunden hab, und das ging ziemlich einfach. 
]Hast du für dein Album auch selbst mal am Sampler produziert, oder nur am Plattenspieler?[ 
Nur Plattenspieler! Ich kann keinen Sampler bedienen, ich kann keinen Computer bedienen, ich hab mit dem ganzen Scheiß nichts am Hut. Nur Thomilla, mein Dj Partner, hat die Ausarbeitung der Stücke produziert. Wir haben das Zeug gemeinsam gemacht, aber ich allein kann das Zeug nicht bedienen. Ich spiel vielleicht Base-lines ein, oder Chords auf dem Keyboard, aber ich kann das mit dem Sampler nach 10 Jahren immer noch nicht. 
]Wer ist dein Vorbild in der Musik?[ 
Immerwährendes Vorbild ist Dj Premier, weil er es einfach drauf hat, es a) zu produzieren, und es b) live umzusetzten mit den Schalplatten, den Mixtapes und seiner Technik. Er ist der beste Dj. Wenn man es auf das Dj-Ding einschränkt, dann ist er der Einzige, der mir immer alltime-mäßig einfällt, von Anfang der Achtziger bis Heute. 
]Fanta4, euer eigenes Label Four Music, auflegen in Clubs, dein Album,... Freizeit hast du nicht, oder?[ 
Das ist schön. Nein, ich freu mich, daß jemand weiterdenkt als bis zur ersten Dimension. Nee, ich komprimier das alles ja ziemlich. Was wirklich auf die Dauer nervt, und so, daß ist natürlich Interviews geben. Aber es wird ja einem a) schön gemacht, und b) ist es nicht so viel. Ich bin eines Tag hier, und damit ist dann ganz Österreich abgedeckt- na ja- fast ganz Österreich.  
Ich bin dann wieder in Deutschland, und da gestalt ich es mir auch einigermaßen angenehm. Wir machen auch eine Tour, wo wir in die Clubs gehen, in den größten Städten von Deutschland. Ich bin zwei Tage in einer Stadt: und zwar an einem Tag bei Interviews, am nächsten Tag easy going und Abends dann im Club... ist aber auch anstrengend -  jeden abend. 
]Du und Thomilla, ihr legt also den ganzen Abend auf.[ 
Ja daher kommt ja auch die ganze Geschichte, aber dazu später... das live Ding und das Zeug ist eine Mischung aus einem normalen Clubabend- also Thomilla und ich legen auf- und einer Live-Session. In der ursprünglichen HipHop Umsetzung haben wir Instrumentalplatten gemacht. Wir mischen die Tracks, und mischen die so ineinander, und manchmal noch andere ergänzende Instrumentals dazu, und immer wechselnde MC’s - wir haben auch wechselnde Gastrapper dabei - und dann wird es eine Mischung aus Freestyle, Stücke interpretieren und auflegen. Das wird dann - glaub ich - ein heiden Spaß, weil ich treff dabei Homies und Freunde, meine Jungs, also Thomilla, der Afrob aus der Kolchose der Stuttgarter HipHop-Community als supporting. Ja, da werden wir wirklich viel Spaß haben. 
]Wieviel Stationen sind für Österreich geplant?[ 
Eine. 
(IT)