:  keilerkopf  :  mit dem sauschädel durch die wand
text: niko alm

logoDieser Bandname dürfte im Bezug auf Markenbildung ein Fehlgriff gewesen sein, gleich zu Beginn wird ein doch eher negatives Bild des Produkts geschaffen, was man den Erstreaktionen des Umfelds entnehmen kann, und somit kontraproduktiv wirken. Ein Bezug zu Böhse Onkelz, wenngleich ein unerhobener Vorwurf, wird ex ante dementiert und andere Begriffe schwirren da auch noch im Kopf herum (Rammbock, Rinnstein, Sauschädel, u.d.), die mit der Musik nicht so wirklich kompatibel sind. Wozu die ganze Mühe mit dem Namen also?
Keilerkopf, und das ist ja mittlerweile nicht mehr so extravagant, mischen HipHop und Rock mit deutschen Texten und das Ergebnis ist weder Fisch noch Fleisch, ein bißchen zwischen den Stühlen; dem ganzen fehlt noch ein wenig das Profil. Daran das Spektrum zwischen HipHop und harten Gitarren ein wenig mehr zu nützen denken die drei Burschen aus Ulm noch nicht, doch es handelt sich ja beim aktuellen, selbstbetitelten Release auch um ein Debutalbum, das solide gefertigt eine gute Ausgangsbasis für die zukünftige Arbeit ermöglicht.
Ihre Arbeitsweise als Trio ohne Schlagzeuger ist zwar etwas außergewöhnlich, aber durchaus nicht selten anzutreffen. Die Unterscheidung vom herkömmlichen Crossover á la Thumb liegt in der Kompositionsumkehr. Der entstehende Track wird auf Basis von Samples vorbereitet und programmiert, die Gitarre kommt im Nachhinen dazu, was mitunter kein leichtes Unterfangen für den Gitarristen ist, wie selbiger mit Namen Achim Lindermeir in Keilerkopfs Fall auch einräumt. Jochen Speidel, dessen Vinylsammlung einen primäre Ressource für Sounds ist, bedient nicht nur den Sampler, sondern übernimmt auch Grafik und Artwork des Albums; außerdem kann er singen wie Hermann van Veen, was in "Es kommt mir nur auf eines an" beim Hörer Verwirrung hervorruft. Die Nachmachung ist sehr authentisch, obwohl er nur ein kleines Stück stromaufwärts wohnt.

Stromabwärts, aus der Sicht der Band, waren Beat4Feet (Martin Gellner/Werner Stranka) produktionsmäßig tätig. Ein Teil des Albums ward also in Wien aufgenommen, ein anderer in Hamburg, zumindest in dieser Hinsicht ist der deutschsprachige Raum über die ganze Distanz erschlossen. Ob das in verkauften Stücken auch der Fall sein wird, bleibt wie so oft abzuwarten.