: new model army :
groamat, ein fest der kontraste
text: Bernhard Fuszek & Andrea Neubauer

Nur einige wenige Leute hatten am Mittwoch, dem 26.08. die einzigartige Möglichkeit Therapy? und New Model Army an einem Abend live zu erleben und das noch dazu an einem zu diesem Zwecke eher exotisch anmutendem Ort; Allentsteig in Niederösterreich. Mundpropaganda, Kaffeesudleserei und Insiderwissen lockten eine handvoll Leute ins ehemalige Kino der Stadt Allentsteig. Anfängliche Skepsis verflog innerhalb kürzester Zeit durch die wirklich angenehme, fast schon intime Atmosphäre. Wann hat man schon die Gelegenheit Justin Sullivan in einem Schrebergarten sitzend, Gitarre spielen zu hören, ohne einem Wust von Security, Presse und Fans? Nach zwei guten Konzerten und schockierenden Erlebnissen mit einem engagierten T- shirt Verkäufer (Welcome to the church of Therapy?; don't be shy, buy a T-shirt), nutzten wir die Möglichkeit mit Justin Sullivan, dem Kopf und der Seele von New Model Army zu plaudern.

Auf unsere Frage, ob er uns die derzeitige Entwicklung von N.M.A. schildern könnte, bekamen wir ein klares "No!" zu hören. New Model Army, so erklärte er versucht in aller erster Linie Stimmungen und Gefühle zu beschreiben und zu definieren. Auch wenn persönliche Erfahrungen und Auffassungen ein breites, individuelles Spektrum bilden, so bleibt eine sehr begrenzte Anzahl von Gefühlen, die schon bei der Geburt vorhanden ist, das ganze Leben lang unverändert erhalten. Dadurch blieb auch der Stil der Band unverändert. Wie es allerdings mit der Band selbst weitergeht, bleibt äußerst ungewiß.
DIE Gründungsmitglieder sind bis auf Justin Sullivan alle ausgestiegen. Er selbst meint sogar, daß einige Roadcrewleute länger dabei sind, als die jetzige Besetzung. Nur eines ist sicher, und zwar, daß er gemeinsam mit seiner langjährigen Freundin Joolz ein Album mit dem Titel "Red Skies" herausgeben wird. Wie auch immer, man wird auf ihn wahrscheinlich nicht verzichten müssen, da Live Auftritte einen besonderen Stellenwert für ihn haben. Es ist oft die einzige Möglichkeit positive Reaktionen für seine Arbeit zu bekommen, da die britische Presse N.M.A. bestenfalls attackiert, wenn nicht überhaupt ignoriert. Allen Kritikern und Unkenrufen zum Trotz, zeigen gerade Auftritte wie hier in Allentsteig, daß N.M.A. eine zeitlose Band ist, die es noch immer, oder auch immer wieder versteht ihre Fans zu faszinieren.