:  plastik  :   ein ganz fetter kick 
  

Fettes Brot, Fanta4, 5-Sterne, Fresh Familee etc. haben ein neues Familienmitglied. Plastik drücken/heben HipHop auf Partyniveau. Party als Paradigma. Kennengelernt haben einander Zaffot Z (nur ein Kopf im Gegesatz zu Z. Beeblebrox) und PVC genau dort. Die Texte handeln ebenso davon, wenn nicht von Haschisch oder einer Kombination beider.   

Das Echo auf ihr Demo war ausgezeichnet, so daß 11 oder Plattenfirmen mit ihren Verträgen zuwinkten. Schlußendlich haben sie sich für Comlubia/Sony entschieden und können mit den Freiheiten ihres Vertrages recht zufrieden sein. “Am Anfang waren wir bei den Majors skeptisch”, meint PVC, “doch die schlechtesten Deals haben wir von den kleineren Labels bekommen.” Die Plattenfirma kümmerts sich jedenfalls um ihre neuen Schützlinge. Ehe ihr Debutalbum (mit 6 Songs!) noch erschienen war, gingen sie schon auf Tour mit Run DMC und brachten im Gegensatz  zu den Großen auch ihre Instrumente mit. Live mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und DJ scheuen Plastik nicht den Schritt zum Rock und machen auch ordentlich Mucke. Das DAT ist noch da, fungiert aber nur als Übergangslösung zum Vinyl. “Mit DAT kann man auch nicht so gut scratchen”, bringt es PVC auf den Punkt.  
Plastik kommen aus Bayern. Wie kommt man dort auf HipHop? 

Zaffot: Wenn man in einem Kaff aufwächst, wo von 1000 Leuten zwei wissen, was Rap ist, dann hast du gar nicht die Möglichkeit das auszuleben. Du hast keine Szene vor Ort, möchtest aber Mucke machen. Es hat sich so entwickelt, daß es immer mehr HipHop wurde. 

PVC: Ich hab’ früher auch Rave gemacht, bin aber immer schon auf das HipHop Zeug abgefahren. Ich hab diese Techno und House-Szene sehr schnell verlassen, weil sie mir zu tot und irgendwie auch nicht mein Feeling war. Allerdings habe ich sehr viel gelernt, wie man mit Musik macht mit Instrumenten  umgeht usw. Wir wollten das vereinen. Es hat sehr viel Arbeit und Mühe gekostet, aber es hat sich gelohnt.  

Im Studio sind PVC und Zaffot Z zumeist zu zweit und da es sich doch um elektronische Musik handelt, entstehen die Songs durch unverzügliches Programmieren. Gearbeitet wird abwechselnd. Wenn nach drei Stunden bei einem die Luft raus ist, kommt der nächste dran. Die Gitarren kommen ungesamplet hinzu.  

Plastiks erste Single enthält einen außergewöhnlichenRemix, bei dem die Stimme doppelt so schnell und damit doppelt so hoch ist. Wie passiert so was, am Mischpult ausgerutscht? 
  
Zaffot:  So unabsichtlich war das nicht. Der Beat ist halt doppelt so schnell und wenn du den Song fünf sechs Tage um die Ohren hast, bist du froh den mal in einer anderen Version zu hören.  

Wie siehts aus mit Merchandising? Es gibt ja auch Plastik TeeShirts. 

Zaffot: Du meinst dieses Mangateil. Ja mit denen wollen wir etwas machen. Ich hab’ dort auch angerufen, aber die haben leider nicht darauf reagiert. Jetzt haben wir halt normales Merchandise. 

Zu bedenken ist das zukünftige Klientel von Plastik. Ich hab’ echt Angst, daß in kurzer Zeit lauter 10-jährige Eure Musik hören. 

PVC: Du brauchst keine Angst zu haben. Wir haben die Mucke supervielen Leuten vorgespielt und was wir nicht gedacht hätten, es gefällt vielen Leuten, die weit über 20 sind. 
Ich glaube nicht, daß wir in die Kinderecke rutschen.  

Also. Bitte sehr. (pret)