:  soulfly  :  ein neuanfang mit vorsprung        

Gefertigt auf den Grundfesten von Sepultura hat sich Max Cavalera mit Soulfly ein neues musikalisches Zuhause gezimmert. Ein Neubeginn, der in ökönomischer Hinsicht alles andere als eine schwere Geburt war, ihm aber dennoch schwer gefallen ist.     text  :  niko alm  : 

Die unfriedliche Trennung Sepulturas, resultierend aus dem Zerwürfnis der Band mit ihrer Managerin, Max' Frau und der Tod seines Stiefsohnes Dana haben ihn viel Kraft gekostet. Mt Soulfly hat er diese Krise überstanden und eine neue Band um sich geschart: Marcello D. Rapp (Bass), Jackson Bandeira (Gitarre) und Roy "Rata" Mayorga (Schlagzeug). Bei ihrem ersten Gig, einem Tribute für Dana sprang noch Dino Cazares von Fear Factory an der Gitarre ein. Diese Show unter dem Titel "Soulfly" in Phoenix gemeinsam mit Snot, Spineshank, Hed(pe) und anderen bescherte der Band auch den Namen, den Max C. ursprünglich für den gleichnamigen Albumtrack erfand. Ein Begriff, der wenig an typische Metalbands erinnert. Marcello, "It doesn't lock with anything. We didn't want a name like 'Hammer' or 'Hell' or anything." 
Beim Gespräch im Tourbus erlebt  man wie immer ruhige, freundliche Menschen, keine Spur von der Härte des folgenden Abends, an dem Max C. noch tief im österreichischen Fußballdress stecken sollte. "Wir sind große Fans", erläutert Marcello, dem die Tour angesichts der Fußball WM etwas ungelegen kommt. Frankreich liegt tourmäßig bereits hinter ihnen, sodaß sie die Spiele nur via TV verfolgen können, insoferne sie am gleichen Abend nicht auf der Bühne zustehen haben. 
Marcello spricht von einer bescheidenen ersten Tour, die immerhin durch ganz Europa führt und zwei große Busse würden auch das Budget vieler anderer Bands bei weitem sprengen. Dennoch ist man geneigt weiteres Livepersonal einzustellen, "Zwei Percussionisten sind geplant." Denn darauf wurde beim letzten Stück "Roots" (damals natürlich noch Sepultura) besonders wert gelegt. Die Integration von Tribalrhythmen und Trommelmusik brasilanischer Ureinwohner wird auch mit Soulfly fortgeführt werden. Die Band unterstreicht jedenfalls ihre Offenheit in jede Richtung. Die Tracks auf dem Album wurden vielfach durch elektronische Spielereien und Gastmusiker aufgewertet. Christian Olde Wolbers und Dino Cazares (beide Fear Factory) trugen ebenso wie Fred Durst und DJ Lethal (beide Limp Bizkit), Benji (Dub War), Eric Bobo (Cypress Hill), Chino (Deftones) bzw. Jorge DuPeixe und Gilmar Bolla (beide Chico Science) ihr Scherflein zur produktinternen Diversifikation bei. Wichtig dabei ist nur, daß die Musik hart ist, "Our roots are heavy", konstatiert Marcello, womit er recht hat, auch und vor allem live.