:  vitro  :  sind andersrum

Ihr internationales Debut gaben Vitro auf dem Soundtrack zu Spawn mit dem Remix des Titeltracks von Silverchair und das obwohl sie zuvor sie nur eine Single ("Orange") im UK veröffentlicht hatten. 

vitro picOffensichtlich hatte jemand einen guten Riecher - namentlich ein gewisser Andi vom englischen Indielabel independiente (benannt nach der brasilianischen Fußballmannschaft). Vitro wußten ihre Vorschußlorbeeren jedenfalls zu nützen und bringen nun nach einigen Singles ("Orange", "Set It Down") und EP ("Mentally Dull") ihr Debutalbum heraus, nicht aber ohne vorher etwas Verwirrung zu stiften... 

Das ist also Euer 2. Album.  

Wayne Simms (Sänger/Gitarrist/25): Nein unser erstes. 

Hmmh. Nun gut, es heißt "Spacebar". 

Nein, es heißt "Distort". Du hast offensichtlich die Promo bekommen. Wir haben die Promos verschickt bevor wir uns für einen Namen für das Album entschieden hatten.  

So ist das also. In der Bandinfo steht, daß Euer erstes Album "Distort" heißt, und ich wundere mich, daß mit keinem Wort das neue "Spacebar" erwähnt wird... Alles klar. Vor dem gemeinsamen Track mit Silverchair für "Spawn" habt Ihr ja nicht gerade viel veröffentlicht.  

W: Eine Single ("Orange") in den UK.  

Wie kommt man dazu praktisch ohne Namen eine Nummer für einen doch recht außergewöhnlichen Soundtrack zu remixen? 

W: Der auf "Spawn" praktizierte Crossover aus Dance und Rock war eigentlich genau das richtige für uns. Wir haben einen Deal mit Sony für den weltweiten Vertrieb und irgendjemand von Sony bzw. Epic in Nordamerika muß Silverchair, die ja für den Titletrack vorgesehen waren, ein Demo von uns gegeben haben. Die haben dann uns ausgesucht um ihren Track mixen zu lassen. 

Du warst ja einmal mit Sunscreem auf Tour. 

Ja ich habe Gitarre gespielt. Sunscreem wohnen nicht weit von uns und haben mich mitgenommen; außerdem sind sie am selben Label. Auf der Tour habe ich sehr viel Techno und House hören müssen. Das hat mich stark beeinflußt. 

Du sagst ja selbst, daß Ihr Rocker seid. Das Album hsrt sich aber nicht so an. Komponiert Ihr jetzt mit Gitarre oder Computer? 

Das ist genau, was wir geändert haben, nachdem wir uns Sequenzer und Synths gekauft hatten. Wir machen die elektronischen Sachen zuerst und bauen Gitarre, Bass und den Song rundherum auf. Die Arrangements bleiben aber sehr traditionell, total rockig. Das führt zu der pardoxen Situation, daß die Songs technisch gesehen ziemlich dancig und modern sind, aber die Arrangements sind die einer Rockband. 

Vitro machenÕs also andersrum und zu hsren gibtÕs das ganze ab April. Live baut man auf das klassische Line-Up gespickt mit etlichen Synths, Samplern und Sequencern. Das Album ist seit Juni fertig und die vier Engländer scharren schon ungeduldig in den Startboxen.  

(alm)