:  Der Yoo-Baa Trieb  :  Ein Mikrophon ist schon die ärgste Petze! 
  

Daß es heimische Musikmacher nicht ganz einfach haben, ist ja wohl mehr als bekannt. Wer nicht vom Musikantenstadel oder "Hitradio" gepusht wird  und trotzdem deutsche Texte schreibt, hat keinerlei Chancen große Erfolge zu feiern.  

Glücklicherweise sehen nicht alle ihre Zukunft so schwarz, so zum Beispiel "Der Yoo-Baa Trieb", die seit über vier Jahren österreichischen Hip Hop machen. 
Vor langer Zeit probierten MC VATI-KHAN und MC PREFECT es in einer Indie-Band, doch VATI-KHAN wollte kein Profi-Gitarrist werden, sondern ohne langes Üben Musik machen, so hat sich die Band aufgelöst... und sich das dann mit dem Hip Hop ergeben.("den ICE-T hab’ ich schon gekannt und CYPRESS HILL hab’ ich auch gehört, das war’s aber schon.") 
Die früheren Texte entstanden sichtlich (hörbar) noch in ihrer depressiven Zeit, somit schafften sie einen ungewöhnlichen Einstieg in die Szene.  
"Damals waren wir halt noch sehr links, wir sind natürlich heute auch noch sehr nette Leute, aber nicht mehr so eingeschworen auf eine Richtung." 
Ihr erstes Demo würden sie heute als schlecht bezeichnen, doch muß es sich so enorm von allem je dagewesenen unterschieden haben, daß ihnen die Ehre gestattet wurde im Bach aufzutreten. 
Vor lauter Aufregung wegen der vielen Leute die ihr Konzert besuchten (der Falter und FM4 machten groß Werbung), vergaßen sie gleich die Texte, doch schafften sie es, sich mit ihrer offenen und lustigen Art während des 2 -stündigen Auftritts in die Köpfe der Hörer zu bohren.  
Nach diesem gelungenen Abend  beschlossen die Burschen ( besonders VATI-KHAN) gleich eine Platte aufzunehmen, sie machten sich bei allen möglichen Leuten schlau, unter anderem auch bei ihren Freunden von SCHÖNHEITSFEHLER, die damals ja schon eine Platte hatten, und beschlossen auch ein eigenes Label zu schaffen - TRIEB TRAXXX RECORDS. 
Gut, Platte war wirklich da - und zwar auf Vinyl - und bald erkannten sie, daß dies nicht sehr sinnvoll war, da sich der Versand bei diesen Dingern sehr viel schwerer gestaltet als bei CDs.  
Verkaufen ließ sich ihre "HYPERFAMOSE NEUROSENDOSE", die von DJ MASTA HUDA produziert wurde, dann doch ganz gut.( Die ist übrigens schon seit längerem vergriffen) 
Danach folgte das Crossover-Projekte KALTFRONT mit HATE TO LOVE (die es so nicht mehr gibt), und endlos viele Live-Aufrtitte in ganz Österreich, unter anderem als Support von MR. ED JUMPS THE GUN, gemeinsam mit SCHÖNHEITSFEHLER und auf der FREE PARTY PARADE’96. 
Wer YOO-BAA TRIEB schon mal live gesehen hat, weiß, daß sie in erster Linie darauf aus sind "Party" zu machen, so sagte auch VATI KHAN: " Die Konzertbühne ist nicht dazu da, den coolen Macker zu spielen, sondern einzig und allein um auch ganz hinten gesehen zu werden." 
Es wurde auch versucht einen Sampler mit verschiedenen, österreichischen Hip Hop-Gruppen aufzunehmen, doch scheiterte dieses Projekt leider an "Verständigungsschwierigkeiten". 
1997 kam dann ihre Single "TOP HIT NUMBER ONE" heraus, diese soll übrigens nicht kommerziellen Erfolg bringen, wie der Titel fälschlicherweise vermuten läßt, sondern die Geschichte einer jungen Band erzählen, die glaubt die große, weite Welt jetzt mit Hilfe eines Major-Labels erobern zu können. 
Mit dem Gangsterimage der amerikanischen "Vorbilder" wollen sie nichts zu tun haben, trotzdem überkommt es sie manchmal den überzogen Bösen raushängen zu lassen, genauso wie sie über andere Klischees herziehen mit denen sie sich in der Heimat so herumschlagen müssen. 
Sie sehen sich als Vertreter der "No-School", die sich weder bei Texten, noch in musikalischer Hinsicht in irgendeine Schublade zwängen lassen wollen und lassen alle möglichen Musiker an ihren Projekten mitbasteln, um zu zeigen, daß sie für jede Richtung offen sind. 
Im Moment wird wieder fleißig an einer neuen LP gearbeitet, die im Frühling oder Sommer herauskommen soll, welch interessante Neuigkeiten darauf zu hören sein werden, bleibt bis auf weiteres noch ein großes Geheimnis, daß nur mit guten Freunden geteilt wird... (kareen)