: die happy : der süße tod und die liebliche frau von prag :

text: space cap

Einmal mehr könnte das Wiener U4 österreichweites Sprungbrett für eine ganz große Karriere sein. Gemeint ist der zweite hiesige Auftritt der deutsch/tschechischen Prog-Rock Combo Die Happy, anläßlich der VÖ ihres Albums Supersonic Speed (BMG).

Denn ganz im Gegensatz zu der Meinung einer so-called City Stadtzeitung, nach der Happy Sängerin Marta Jandová "geradezu penetrant bemüht ist wie Guano Apes Sandra Nasic zu tönen", steht hier ein musikalisches Naturtalent auf der Bühne. Neben warmer positiver Ausstrahlung und ungeschminktem natürlichen Sexappeal überrascht da eine Frau, die alle Register ziehen kann und mit Nasic so wenig zu tun hat wie Falco mit Mick Jagger. Intensive aber nie erdrückende Bühnenpräsenz, unkomplizierter Kontakt zum Publikum mit einer Stimme, die scheinbar ganz ohne Anstrengung fast wie von selbst mal ganz hart dann wieder sanft und weich die Kommunikation zu ihrer Band sucht und beherrscht. Die wiederum gliedern sich nahtlos in den magischen Kreis der Töne ein. Da wäre Jürgen Stiehle an den Drums, verantwortlich für den Drive, mit schlafwandlerischer Sicherheit Drumstick-Akrobat und Powerstation. Ein unbedingter Garant für Rhythmus und Zusammenhalt. Das Rückgrat des musikalischen Organismus bildet Ralph Rieker am fünfseitigen Bass, der virtuos wie ein Leadguitarist seine Läufe spielt und im Einklang mit Jürgen´s Drums die Vitalität fast greifbar werden lässt. Für den guten Ton sorgt Thorsten Mewes an der E-Gitarre, die er auch mal zum sentimentalen Duo mit Marta durch die akustische ersetzt. Nach der obligatorischen Übersteuerung zu Beginn des Gigs schaffte es die Technik schnell der grummelnden Töne Herr zu werden. Was dann im Laufe des Konzerts zu der Erkenntnis führte, daß die Band nicht nur im Studio was drauf hat, sondern ihr Handwerk auch live umzusetzen vermag und sich auch die unvermeidliche Ohrentaubheit postfestum in erträglichen Grenzen hielt.
Bleibt als Fazit zu hoffen, dem Quartett möge es gelingen seine Supersonic-Form zu konservieren und der tanzende Gott Shiva halte seine schützenden Hände über die Häupter der Vier, zum Schutze vor allen Fährnissen und Fallen, die der Branche so anhaften.
Die nächste Möglichkeit sich von alldem selbst zu überzeugen bietet sich im Wiener Chelsea am 23.03. - Keep on movin´.

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