: elvis : die nacht des lebenden toten

text: christoph bacher

Elvis Presley hat schon wieder einen Rekord gebrochen. 24 Jahre nach seinem Tod hat der King of Rock'n Roll seine erste Europa-Tournee über die Bühne gebracht. Montag Abend machte sein Geist, oder besser: sein Charisma, auch in der Kurhalle Oberlaa in Wien Station.

Mit dabei: Fast die gesamte Band, die den Hüftschwinger auf seinen unzähligen Konzerten in den 70er Jahren begleitete. Im Gegensatz zu ihrem Ex-Chef leben Lead-Gitarrist James Burton und seine Freunde aber noch - und sie rocken nach wie vor, was Instrumtente und Alter hergeben. Der König selbst meldet sich über Video zu Wort.

Elvis in Concert, so der vielversprechende Name der Show, versammelte dann auch rund 3.500 Fans jeden Alters. Sie waren geschmückt mit Chrom-Brillen, Haartollen, Suede-Shoes und Jump-Suites (so nennt man den weißen Overall, den Elvis auf der Bühne trug). Und sie alle starrten wie gebannt auf eine Leinwand, wo ein gut aussehender König mit der besten Stimme, die die Populärmusik wohl je hervorgebracht hat, seine Show abzog.

Vor der Leinwand, in echt, standen die angegrauten Musiker und begleiteten ihren Chef wie in den besten Tagen. Sogar der Background-Chor, "The Sweet Insperations", sang live. Über eine Million Menschen in aller Welt haben diese eigenwillige Multimedia-Show schon gesehen. Nie zuvor versammelte ein längst Verstorbener so viele Anhänger und ließ sie bis zu 1.300 Schilling bezahlen, um einen Film anzusehen. Aber Elvis ist eben anders. Er ist der King - und eine Audienz ist ihr Geld wert - auch über Leinwand.

Es soll also nur ja keiner auf die Blue Suede Shoes steigen und glauben, der Rock n' Roll wäre tot. Solange der King schelmisch seine Lippe hochzieht, "Burning Love" predigt und uns vom Leben im Ghetto erzählt, werden wir ihn lieben, egal wie oft wir das gehört und gesehen haben.


: related links :

www.elvis.com
www.presley.de
www.elvis-the-king.com