: interview mit : dave wyndorf

text: edgar goegele

Monster Magnet gehen mit dem sehr starken neuen Album “Monolithic Baby” im Gepäck auf Europa-Tournee. Am 27. März gastierte die Band aus New Jersey im Wiener Planet Music und am 28. im Grazer Orpheum. Wellbuilt traf ihren charismatischen Frontman Dave Wyndorf vorab zum Interview.

Gratulation zu Eurem neuen sehr gelungenen Album „Monolithic Baby“.
Danke. Wir sind auch sehr zufrieden damit. Wir sind bei einem neuen Label und haben einen neuen Drummer und einen neuen Bassisten. Die Beiden sind genauso verrückt wie wir. Die Stimmung in der Band ist fantastisch. Wir freuen uns schon sehr auf die Europa-Tour.

Gibt es einen Unterschied zwischen Tourneen in den USA und Europa?
Live spielen ist in Europa viel besser. Die Leute haben wesentlich mehr Interesse an Live-Konzerten. In den USA ist das Live-Business seit Jahren stark rückgängig. Für uns ist live spielen das Wichtigste. Wir wollen direkt an die Leute heran kommen, ihnen in die Augen schauen

Wieviel Zeit bleibt auf Tour, sich die Städte anzusehen?
Leider viel zu wenig. Ich habe aber immer eine Checkliste mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten dabei. Wenn ich mir etwas unbedingt anschauen möchte, dann kann es auch vorkommen, dass ich mich noch morgens um 3 Uhr in ein Taxi setze und hinfahre.

Ihr seid bei einem neuen Label. Hat sich die Musikindustrie verändert.
Ja, das Musikgeschäft hat sich in den letzten 10 Jahren um 180 Grad gedreht. Die großen Labels haben in den letzten Jahren Unsummen in einige wenige Pop-Acts investiert und ihre anderen Künstler vernachlässigt. Wir haben uns jetzt entschlossen, zu einem Independent Label zu wechseln, und sind sehr glücklich darüber. Ich glaube, dass in Zukunft die meisten Rock-Acts das gleiche tun werden. Nur noch die großen Popstars werden bei den Major Labels bleiben. Und das ist gut so.

Gibt es eine spezielle Botschaft von “Monster Magnet”.
Wir durchleben eine total absurde Zeit. Terroranschlägen, die aus Hollywood-Filmen sein könnten. Hip-Hop-Kids auf Drogen, die das Auto ihres Vaters, um den nächsten Baum wickeln. Medien, die Nachrichten wie Show-Business vermarkten. Informationsüberflutung über High Speed Internet etc. Es ist aber auch eine spannende Zeit. Dennoch die Gefahr sich beeinflussen zu lassen ist heute größer als je zuvor. Wir versuchen den Leuten zu vermitteln, dass sie in ihrem Kopf frei bleiben und die eigene Vorstellungskraft nutzen sollen.

Was war und ist Deine persönliche Motivation Musik zu machen?
Ich habe immer bei meinem Bruder im Zimmer Musik gehört. Iggy and the Stooges und Hawkwind. Dann kamen die späten 70-iger mit Punk. Darauf bin ich voll reingekippt. Das war mein Ding. Nach dieser Phase bin ich wieder zu Hakwind und Garagen-Rock zurückgekehrt.
Ich liebe es nach wie vor live zu spielen. Ich möchte mich physisch spüren. Ich glaube das ist für mich der Hauptpunkt in unserer Computer-Zeit. Dieses physische Arbeiten. Ich habe dabei das Gefühl, dass ich voll im Leben stehe, voll involviert bin.


Und wie kommst Du nach einer Tour wieder von diesem Trip runter?
Manchmal gar nicht (lacht). Nein, aber es kann schon zwei Monate dauern. Ich bin gerade mit meiner Freundin in mein Elternhaus in New Jersey eingezogen. Dort hat sich seit 30 Jahren nichts verändert. Das ist ein idealer Ort zum Erholen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.