: best of tv land 2006 :

High School Abschlüsse wurden gefeiert und Cheerleader gerettet, Seeotter übernahmen die Weltherrschaft, Mad Cow erlebte eine Positivkampagne und Zehen gingen verloren. Die TV-Landschaft präsentierte sich 2006 abwechslungsreich wie nie, die Highlights gibt's jetzt in Listenform! (Spoilers all around)

1. Veronica Mars (CW)

Veronica MarsAllen Rating-Debatten zum Trotz, hat sich "Veronica Mars" anno 2006 zum besten TV-Drama On Air gemausert. Anfgeführt von der zum Star geborenen Kristen Bell, schafft es die Show wie aktuelle keine andere Teen-Angst, Comedy und Thrill unter einen Hut zu bringen - ein Verdienst, der klar auf die Kappe von Creator Rob Thomas geht. "Not Pictured" lieferte einen mehr als befriedigenden Abschluss zur in Sachen plottechnischer Multitaskerei unerreichten zweiten Season und auch den bekannt gefährlichen Staffel-Sprung Richtung College meistere Miss Mars erwartungsgemäß mit Witz und Verstand.

2. Dexter (SHO)

DexterBasierend auf Jeff Lindsays erfolgreichen Romanen, entpuppte sich "Dexter" direkt vom Piloten weg als heißester Anwärter auf den Newcomer des Jahres. Getragen von Six Feet Under Star Michael C. Hall, löst die Show sämtliche Versprechen einer High End Cable Produktion ein, sanfte Gemüter dürfte bei den Abenteuern des hochsympatischen Blutbad-Forensikers mit Serien Killer Tendenzen jedoch rasch das Lachen im Hals stecken bleiben. Mit "Dexter" ist es Showtime qualitativ endgültig gelungen in HBO-Dimensionen vorzudringen, auf Season 2 darf man gespannt sein.

3. Weeds (SHO)

Weeds2005 zurecht als DIE Entdeckung gefeiert, konnte "Weeds" in seiner zweiten Season noch einmal kräftig einen Zahn zulegen. Wahnwitz galore war angesagt im kalifornischen Suburb Agrestic, mit einem deutlichen Schwenk in düsterer Gefilde, musste Neo-Drogenbaronin Nancy Botwin doch mehrfach erkennen, dass professioneller Ganja-Handel durchaus auch seine unerfreulichen Nebenwirkungen hat. Das an OMG-Momenten wahrlich nicht arme Season-Finale zählte jedenfalls klar zu den herausragenden TV-Events 2006.

4. Arrested Development (FOX)

Arrested DevelopmentJa, es liefen 2006 gerade einmal fünf Folgen von "Arrested Development" und ja, dies genügt um diese wahrhaft einzigartige Show an dieser Stelle ein weiteres Mal zu würdigen. In Season 3 konstant mit dem fox'schen Cancellation-Schwert kämpfend, warf Creator Mitchell Hurwitz mit Episoden wie "S.O.B.s (Save Our Bluths)", "Family Ties" und dem selbstreferenziellen Supergau "Development Arrested" noch einmal alles in die Wagschale des Wahnsinns, was der Show selbstredend keinen einzigen, bitter benötigten, zusätzlichen Zuseher einbrachte, die kreative Latte für zukünftige Comedy-Shows jedoch in unerreichbare Höhen getrieben haben dürfte.

5. The Office (NBC)

The OfficeDas der TV-Kuss des Jahre ausgerechnet auf das Konto einer Sitcom ging, spricht einerseits Bände über den Status Quo im Dramen-Genre, andererseits unterstreicht die Tatsache jedoch auch den enormen qualitativen Aufschwung, den die US-Version des britischen Comedy-Hits in diesem Jahr hingelegt hat. Was als zum Scheitern verurteilter Versuch einer 1:1 Kopie begann, hat sich in Season 2 zu einer der konstantesten Zulieferer unbequemer Späße hochgearbeitet. Sei es der wöchentliche Irrsinn der Herren Dwight Schrute und Michael Scott oder die mitreißende Pam & Jim Connection - "The Office" punktete 2006 an allen Fronten.

6. Heroes (NBC)

HeroesIm Eiltempo als größte Ratings-Überraschung der TV-Saison 06/07 entpuppt, hat sich Tim Krings Superhelden-Saga "Heroes". Im Fahrtwasser des Erfolges von "Lost" bei NBC untergekommen, vereint die Show comichafte Geekstravaganza mit auf Ausdauer ausgelegten Mysteryplots, ein Strategie, die zumindest in den ersten elf Episoden voll aufgegangen ist. Väter des Erfolges sind zum einen der Umstand, dass Kring, im Gegensatz zu seinen Kollegen von der Insel, nicht davor zurückschreckt dem Publikum von Zeit zu Zeit echte Antworten zu liefern und Masi Oka, dessen hochsympathicher Hiro Nakamura die Herzen des popkulturellen Flügels der USA vom Fleck weg erobern konnte.

7. South Park (CC)

South ParkAuch im zehnten Jahr ihres wüsten Treibens ist es Matt Stone und Trey Parker erneut gelungen, den von vielen scheinbar schon als selbstverständlich hingenommenen Standard von "South Park" zu untermauern. Angefangen von der Verabschiedung von Isaac "Chef" Hayes über die Feigheit des eigenen Senders hinsichlich des Fall Outs der Scientology-Kontroverse von 2005 bis hin zur Machtergreifung der Seeotter - auch 2006 war dem dynamischen Duo aus Colorado kein Thema zu heiß. Ob Nerdism, Social Commentary oder der ganz normale Cartoon-Wahnsinn, Matt Stone und Trey Parker haben sich längst als zwei der wichtigsten Pop-Kommentatoren der USA etabliert.

8. Boston Legal (ABC)

Boston LegalDanny Crane.





9. The O.C. (FOX)

The O.C.Kaum eine andere Show war im Mai 2006 weiter davon entfernt, die heiligen Hallen dieser Liste zu entern als die innerhalb von 1,5 Jahren vom heißen Teen-Hit zum galaktischen Train Wreck abgewirtschaftete Pop-Soap "The O.C.". Die Erwartungshaltung im Hinblick auf die vierte und letzte Staffel war dementsprechend niedrig, auch wenn der Abgang von Gloom & Doom Prinzesschen Mischa Barton zumindest einen Ansatz an Hoffnung aufkommen lies. Eine längst überfällige Rückbesinnung auf in Season 1 vorexerzierte Comedy-Stärken kehrte Autumn Reesers höchsterfrischende Taylor Townsend ins Rampenlicht, ein Schachzug, der der Show zurecht den Comeback-Preis 2006 beschehrte.

10. Extras (BBC)

ExtrasWaren es zu Beginn von Ricky Gervais und Stephen Merchants "Extras" zumeist die namhaften Gaststars die für Unbehagen und/oder Lacher sorgten, rückte in den sechs Folgen der zweifen Staffel entgültig Gervais' Andy Millman in den Mittelpunkt der erheiternden Unerfreulichkeiten. Flankiert von der wie gehabt großartigen Ashely Jensen sowie Auftritten von Orlando Bloom, David Bowie, Daniel Radcliffe, Chris Martin und Ian McKellen, kämpft sich der spät aber doch zu TV-Ehren gekommene Andy widerwillig durch sein Leben als Catchphrase-Sitcom-Star - ein Anblick, der einem mehr als einmal vor die Frage "Lachen oder in den Boden versinken?" stellt.

Honorable Mentions


EntourageDer ewige Kampf Vic Mackey vs. The World ging 2006 in die nächste Runde und auch die sechste Staffel von The Shield (FX) lies in Sachen Twist, Spannung und Brutalität jenseits aller Normen kaum zu Wünschen übrig. Die Auszeichnung für die zu Unrecht viel zu früh abgesetzte Show geht in diesem Jahr an Kidnapped (NBC), setzte sich das von Jeremy Sisto getragene Drama doch angenehm von der Masse gleichartiger Durchschnittsware ab. Den Guilty Pleasure Faktor hatte heuer Anne Heche mit Men in Trees (ABC) voll auf ihrer Seite und auch in La La Lands very own Entourage (HBO) hing so mancher Haussegen unterhaltungsgarantierend schief.