:  deejay punk-roc : und warum er rammstein mag.

Das kunterbunt gemischte Debut "chicken eye" heimste weitgehends beste Kritiken in der Musikpresse ein und eine DJ Tour - Support für Korn, Prodigy, Meat Beat Manifesto, Rammstein und Hooverphonic (letztere passen wie die Faust auf's Auge) sind ja auch nicht ohne.

Als jüngstes von 6 Kindern wuchs er in einer musikinteressierten Familie auf und schon in jungen Jahren war er gern gesehener DJ auf Block Parites. Dann mit 16 ging er zur Army, mit der er für 8 Jahre international verweilte. Diese brachte ihm die Disziplin, um das konsequent durchzuziehen, was er jetzt tut. Trotz einer lässigen Vergangenheit dort, und seinen Kameraden, mit denen er die Musikinteressen teilte, ist für ihn aus journalistischer Sicht diese Zeit abgschlossen, da manche Fragen diesbezüglich wirklich schon auf den Index gehören. Doch die Faszination sich dem puren Partyspaß hinzugeben, die Crowd auf aufgelegte ebenso wie selbstproduzierte Songs reagieren zu sehen ist für DJ Punk Roc ein wesentlicher Bestandteil seiner Karriere, und entschädigt ihn für so manchen Tourstreß.
Wie wir also sehen, beim puren DJen alleine ist es nicht geblieben.
Beeindruckt von der früh 80er Elektrohiphop Nummer "planet rock" wurde in ihm der Wunsch geweckt, doch derartiges für die 90er zu produzieren. Doch da kamen ihm viele andere Einflüsse in die "Quere", wie Herbie Hancock oder Roger Troutman.
Im Endeffekt stellt das Album einen Querschnitt aus allen Vorlieben des talentierten DJs und spart auch nicht mit einem Rap, doch der Name des rappenden Freundes wird aus Plattenfirmengründen geheim gehalten. Ebenso ist auch sein Name nicht wirklich von Bedeutung, und wenn man sich schon länger mit Musik befasst, dann kann man in diesem Punkt durchaus zustimmen. Auf jeden fall ist Titel und scheinbares Konzept (Fleisch lebt und schaut uns an...) des Albums nicht wirklich ernst zu nehmen, steht doch der Spaß im Vordergrund, um den es ja auch beim Tanzen des Publikums geht.
Der gute DJ saß uns auch noch Rede und Antwort, bevor er sein anwechslungsreiches und fetziges Set im Rahmen des U4 Mittwochs "Goldfish" den Besuchern präsentierte:

well: dance music wird härter, und bereiche wie metal werden dance lastiger, die grenzen fallen... wie siehst du das?
P.R.: hmm, ein paar rowdies in der dance szene werden härter, aber dennoch denke ich dass es eine gute balance gibt. ich bin echt froh, dass die big beat szene in den clubs fuß gefasst hat. überall wo es partys gab, wurde musik streng aufgeteilt, was am plattenteller liegen durfte. das heißt, du besuchst eine party und hörst nur hip hop. woanders wiederum hörst du nur house, perfekt gemischt, aber du könntest ein band einlegen, was das das gleiche machen würde. nun kommt die big beat szene daher, und alle ist so wie ich es mir vorstelle: ich mag ein mikrophon, ich mag alles auflegen was mir gerade passt, house, hip hop, metal, einfach alles was geil ist. und das ganze in einer nacht, vor leuten, die einfach dafür bereit sind. ich möchte ein teil der party sein, möchte rein in die masse und selber tanzen. ich wurde vorher mal gefragt: "wie ist es so, hast du die szene geprägt oder die szene dich?" ich würde sagen, es ist toll daß wir zusammengewachsen sind, weil es gibt da wirklich keine vorschriften in dieser szene.und solange djs wie ich oder norman cook der szene belebende impulse geben wird sie auch so frisch bleiben.
well: du wirst auch mal live spielen?
P.R.: dieses jahr nicht, aber nächstes jahr nach dem erscheinen des folgenden albums werden wir eine tour mit ins auge fassen. wenn du meinst live performance, das ist genau das, an dem wir arbeiten. ich habe getourt mit bands wie Prodigy und gesehen, wie ihre show aussieht, oder burschen wie Rammstein, die verdammten kerle sind großartig. ich weiß die kriegen eine menge schlechter presse hier in europa, aber ich habe nichts außer puren respekt vor ihnen. die wissen wie man show macht. ich habe keine ahnung von der ganzen kontroverse dahinter, mir ist das einfach gänzlich egal. die kommen auf die bühne und blasen alles weg. also wenn ich meine show zusammenstelle und damit auftrete, dann mit einer energie dieser art. und ich habe schon genug ideen. zum beispiel habe ich 3 drummer und die hängen an meinem mixer. das gibt dir vielleicht eine vorstellung was ich vorhabe.
well: selbst rammstein wird nach einiger zeit fad...
P.R.: ich weiß nicht, ich habe sie vorher noch nie gesehen. jeder kann sich hinstellen und seine instrumente spielen. rammstein haben ja nicht nur das metal element, sondern auch techno und etwas breakbeats. auf jeden fall geben sie dem ganzen eine bestimmte vision mit.
Well: es scheint als muss alles schneller lauter und größer werden... was ist mal mit ruhigeren beats?
P.R.: hör dir mal die LTJ bukem an, die ist sehr mellow, ruhig, melodisch... auch das mag ich.
wie gesagt, du gehst auf eine house party und hörst volle wäsche house durch bis die ohren bluten, du brauchst nur ein tape anhängen und es geht genauso weiter. aber jetzt sage ich, hey, machen wir da was anderes. was wenn wir die musik anhalten würden und auf einmal eine aerosmith nummer auflegen würden? ganz einfach mal ein break. das ist es wie ich es mache. weil ich bin ein teil der crowd und sehe es auch mit ihnen.