: schönheitsfehler : sexdrugsandhiphop

text: shorty

Sie sind die erste A-Hip Hop Band, die es in unsere LP-Charts geschafft haben. Das ist keine History sondern Gegenwart – Mai 2000. Aber was ist schon Österreich zu Deutschland, das jetzt in griffweite liegt – ein Bundesland als homebase. Und das gibt nicht nur Shorty zu denken.

Schon seit 1992 hüpfen sich die Burschen den Arsch ab und probieren die mögliche, aber diffzile Verquickung des Hip Hop (file under: lebensgefühl, angloamerikanischer raum ,nach den lost poets sich in breiten Schichten etablierend, zumeist musikalisch ausgelebt.) mit dem Wiener Schmäh a la multikulti roots. Nun scheint der verdiente Erfolg in greifbare Distanz geholt worden zu sein. Unser Mann in Hamburg, W. Gröbchen, hat wieder einmal seine Spiderfinger spielen lassen und diesmal Schönheitsfehler bei Motor Music untergebracht, dort wo auch Rammstein und Element of Crime erfolgreich zu Hause sind. Nach Kooperationen mit anderen Großen der Branche, aber immer mit dem eigenen Label Duck Squad als homebase, ist es nun der Versuch voll duchzustarten. Was aber nicht ihre Arbeit verändert, wie sie sich beeilen zu unterstreichen.

Überhaupt ist es ihnen wichtig, maximale Eigenständigkeit zu bewahren und zeigen. So ist es der besondere Stolz, in deutschen Landen von den Youngsters zu hören, daß sie auf den Ösi-Sound stehen. Was das auch sein mag. Auch SHF können das nicht so einfach beantworten, kann ja nicht nur an den Ausdrücken wie "Leiwand" oder "Apfelstrudel von da Mama" liegen. Aber SHF haben einfach genug Rückgrat, um Eigenbrötlerisches durchzuziehen. So die Single mit Heinz ("Mein Ruf ist im Eimer") und die darauffolgende Tour samt Groupiewettstreit oder ihre konsequente Fortsetzung der "Das Gelbe vom Ei" Kompilations und das stehen zu politischen Ansichten, auch in Zeiten wo es einem nicht so leicht fällt.

Die Platte bietet auf jeden Fall genug Partystoff um damit zu punkten, viele Anleihen bei bekannten Melodien und Künstlern. So tritt Pipi Langstrumpf genauso als Bridge in Erscheinung, wie auch schon mal Zitate der geliebten Wu-Tang Burschen oder Public Enemy reingeschleußt werden. Aber auch herrliche Psychonummern "Sinn" (..der Tod ist ein Haus, dessen Türen innen keine Klinken haben..), in Deutschland darf man für die Jazzkantine eröffnen, in Wien sogar für Public Enemy (1.6. Arena !!!). Die Grundvoraussetzungen waren auch keine üblen, schließlich konnte man einen Gutteil von "sexdrugsandhiphop" im angenehmen Ambiente von Uwe Hoffmann’s Casa Pepe Studio in Spanien aufnehmen, der auch z.B. für die Ärzte tätig ist. Natürlich ist das eigene Studio Ursprung, und wie könnte dieses anders heißen als "Duck Squad".

Die schon wieder dritte Single (19.6.) wird das programmatische "Fuck You" sein, als Nachfolger der Titelnummer und "Duo statt Solo". Nur ein weiterer Baustein des Multirecorddeals des Trios, das wohl mehr für den heimischen Rap an Aufbauarbeit geleistet hat, als sonst wer. Und das als Guerillas im Nebel der Events, die natürlich DuckSquad Parties hießen. DANKE!

http://www.schoenheitsfehler.de
http://www.shf.at