: michael geissler : die 7 magiere

Aus der kleinen Reihe:
"Wenn ein alter Hash-Rebell erzählen würde..." -
was er nicht tut! Ich notiere es nur für die kommende Generation - zum staunen und erbauen.

Prolog
Sicher kennst Du die Nuargen - zumindest als Begriff.
Ich habe mich in Theorie und Praxis lange mit ihnen befaßt, sie erforscht, ihr Geheimnis gelüftet. Hier fasse ich noch einmal zusammen:
Im Mittelmeerraum, vornehmlich auf den Inseln, finden sich sonderbare Türme aus vorgeschichtlicher Zeit. Es handelt sich um konische Kegel von der Größe einer Vorstadtvilla, die kleinsten bis zu weit über 100 m hoch.
Ich kenne sie von den Balearen (Formentera, Ibiza), aus Korsika, Elba, Sizilien und vor allem Sardinien.
Die ersten seefahrenden Völker fanden sie schon vor: Alt und verwittert. So berichten z.B. die Phönizier, daß dort die einheimischen Fischer- und Hirtenvölker, kleinwüchsig und von schlichtem Gemüt, sie wohl schwerlich erbaut haben dürften. Befragt, gaben sie an: "...die ständen schon immer dort...".
Nun häuft sich seit der Antike ein unüberschaubare Flut an Literatur über die Nuargen - und jeder Autor bietet eine andere Variante, wer sie erbaut haben mag - und vor allem zu welchem Zweck! Eine Theorie abgehobener als die nächste - alles durchweg blanker Unfug! (Das ich das Geheimnis nun wirklich gelüftet habe, sagte ich bereits - doch ich nehme es wohl mit in´s Grab... Bin ich doch nicht bereit, ein weiteres Glied in der Kette der Spinner und Spekulanten zu bilden...)
Nur so viel: "Aussichtstürme", Wach- und Wehrtürme", "Leuchtfeuer" für die Seefahrer klingt ja erst mal gut. "Korn- und Vorratsspeicher", "Fluchtburgen" auch. Wenn Du Dir ihre Bauweise anschaust, ist aber klar: So ein Quatsch!
Die Steine des Fundaments sind im kleinsten Fall 1 -2 m groß... bei den größeren Nuargen handelt es sich um Granitblöcke, oft mit 3 - 6 m Kantenbreite. Fugenlos (ohne Mörtel!) an- und übereinandergeschichtet. Vergleichbares findet sich nur noch in Lateinamerika, vor allem im Hochland von Peru, bei den Tempelbauten von Machu Picchu...
Oftmals liegen die Nuargen im Landesinnern der Inseln, von hohen Bergen umgeben - damit fallen die ersten 4 Theorien flach. Und um das Korn vor Mäusen zu schützen - so ein Aufwand? Selbst als Zuflucht taugen sie nicht. fernab menschlicher Siedlungen und viel zu viel Stein - auch innen das Gewirr von Gängen, Treppchen, Kammern bietet nur wenigen Menschen Raum...
Auch Erich von Däniken bemächtigt sich der Nuargen. Er kommt der Wahrheit ein wenig näher - aber nicht nah genug. Er ist so von seiner Idee besessen, daß wir Menschen Pflanzungen außerirdischer Götter seien, daß ihm kein Denkraum für Spiritualität bleibt.

Meine damalige Weggefährtin und ich, wir haben 2 Nächte und einen Tag (gut 40 Std.) um und in einer solchen, mächtigen Nuarge in Zentralsardinien verbracht.
Nun es war ganz einfach. Es fiel uns beiden wie Schuppen von den Augen. Aber das war ja auch nicht verwunderlich! Wir hatten ein paar Flächschen Mescalin dabei...Mit einer Droge kann ein starker Kraftplatz sich Dir nicht entziehen... so weit.

Kleine Kuriosität am Rande:
Die erhaltenen Nuargen (bei manchen fehlt das Dach oder die Eingänge sind nachträglich verschüttet worden) bilden ein derartiges Kuppelgewölbe - da lastet ein enormer tonnenschwerer Druck - daß sie nicht stehen können! Theoretisch. D.h.: Ihre Statik, mit Hilfe moderner Computertechnologie nachgerechnet, ergibt: Das Dach ist viel zu schwer! Es kann nicht halten!
(Gleiches trifft übrigens auf die großen, frühen Kathedralen Europas zu. Laut moderner Statikgesetze müßten sie zusammenbrechen!)


1. Teil: Das Treffen der Magiere
Viele Jahre wollten wir uns in dieser Nacht wiedertreffen. Zu keinem geringeren Zwecke als dem der "Weltrevolution" - durch Transformation. Den Quantensprung der Menschheit auslösen. Kraft unseres Geistes! Den "großen Plan" verwirklichen!
Wir, die "geheimen 7", das waren: Der "Professor" aus Wien, überintelligent, hochbegabt und intimer Kenner aller Werke von Platon, Sokrates, Archimedes bis hin zu Kant, Nitzsche, Herder aber auch Marx, Macuse, Mao sowie all der geheimen Schriften der Templer und Rosenkreutzer, der mystischen Schulen vom Sufitum über die Gnostik der Katharer bis hin zu der "geheimen Lehre" der Helena von Blavatzky (die hinwiederum die alte Überlieferung Tibets studiert und in der "Akasha-Chronik" für den hocheingeweihten Adepten bereithält...)
Neben mir, als Vertreter der Schamanen, unserer roten Brüder und Schwestern, sei noch Herby aus Hamburg zu nennen. Sohn einer alter Knacki-Dynastie. Bandit durch und durch. Piratenvisage - immer ein lustiges, spöttisches Lachen um die Augen. Praktisch und geerdet. Dabei ungemein pfiffig - ein Querdenker, der die ungewöhnlichsten Anstöße gab!
Tino lebte schon lange in der absoluten Einöde, fernab allen Menschentums, betrieb tagein-tagaus praktische Naturmagie, beherrschte die 4 Elemente und brachte etwas ungemein wichtiges in unsere illustre Runde: Das Unkensekret!
Er hatte im feuchten Garten, hinter seiner alten Bauernkate, einen Garten angelegt, in dem er eine bestimmte Art von Unken hielt. Morgens nahm er von deren Hornhautbuckel am Steiß mit einem Glasspatel einen Tropfen Sekret ab... sammelte, verdünnte, vertrieb es.
(Genaueres kann ich nicht sagen, denn Tino ist tot, ich habe zwar zugeschaut, wie er das machte - über das "Was" hat er sich jedoch ausgeschwiegen. Ich weiß nur: So ein Tropfen soll wohl höllische Krämpfe und Qualen auslösen - ein Siebtel jedoch war die absolute Superdroge! Hochpsychedelisch! Totale Halluzinationen, akkustische und optische - von selten schöner Farbenpracht...)
Zu den "ersten 7 Magieren" gehörte noch Pajo-Panzerknacker sowie ein steckbrieflich gesuchter Berliner Anarchist und ein hochsensibler, medialbegabter, blutjunger und frühverstorbener Freund, dessen bürgerlichen Namen ich nie erfahren habe. Bei uns war er nur "Der Heilige" - oder kurz "Franz", nach Franz von Assisi, der wie er, mit den Tieren sprach. Franz war von fast erschreckender Sanftheit, naiver Offenheit (er hätte z.B. nie auch nur die kleinste Notlüge gebrauchen können - da wurde er knallrot bis an die blonde Lockenpracht). Zu anderen Zeiten wäre er wohl ein "Erleuchteter" geworden - so war er einfach historisch zu früh... die harte Zeit hat ihn platt gemacht...
Wir hatten alle unseren "Nome de Guerra" (Kampfnamen - im Kampf der "wahren Menschen" gegen die "weißen Plastikmonster") und jeder in Teilaspekten auch das weibliche Element... So daß wir glaubten, Ying-Yang seien ausgewogen in uns (Franz z.B. sah sich als Reinkarnation der hl. Maria Magdalena, der Anarchist begriff sich als "Shakti" - der Frau des Zerstörers Shiva aus dem Hindu-Pantheon...)

2. Teil: Die Durchführung
Es klappte alles. Sollte man bei solchen Freaks, Chaoten wie uns, aus den verschiedenen Teilen Europas anreisend, gar nicht annehmen. Sardinien ist schwer zu erreichen. 16 Std. Fähre ab Genua oder 12 Std. ab Rom. Das Landesinnere ist kaum erschlossen, keine Infra-Struktur.
Doch wir waren alle da. Vom hl. Eifer beseelt. Lange hatten die Vorbesprechungen, Vorbereitungen gedauert. Seit Jahren hatten wir uns auf alles gestürzt, daß uns in den Mysterien, oft verschlüsselt, weiterbrachte. Hatten arbeitsteilig die Literatur durchgeforstet, kein praktisches, magisches Experiment ausgelassen. Lange kannten wir die Überlieferung von einem "oberen, geheimen Rat", der die Geschicke der Menschheit lenkt.
Bücher wie Panwles/ Bergier: "Aufbruch ins 3. Jahrtausend" und "Die Welt der geheimen Mächte" waren zu Hausbibeln geworden. Alle praktischen Hinweise von Aleister Crowley bis Spießberger waren sorgfältig geprüft und in unseren "großen Plan" integriert. Kurz: Mit Ernst und Verantwortung waren wir bei der Sache. Seit Platons erster Erwähnung (im "Gastmahl" - von ägyptischen Priestern gehütetes Geheimnis) vom Untergang Atlantis (9750 v.d.Z.) waren viel 100 Bücher, Theorien und Spekulationen erschienen. Alles hatten wir sorgfältig geprüft - und unserer Konsquenzen gezogen: Es bedurfte der "Transformation unserer Herzen" um wie ein Tropfen Zitrone in der Milch zu wirken: Um alles umzukippen (das Bewußtsein der Menschheit auf eine neue Ebene zu heben) .
Ein großer lupenreiner Krist-All (All-Christ) sollte sozusagen die Lupe (oder die Lunte) bilden - wie Du es sehen willst. Ja, ich gestehe, sogar durch den Reisberg von ca. 100 unsäglichen Machwerken über Runenmagie haben wir uns gefressen, um das Eine zu finden, das wirklich Wurzeln hatte und praktisch anzuwenden war (ich nenne den Titel hier nicht. Jede/r muß selbst finden...). genug des Planens und der Vorbereitungen.
2 Tage vor Vollmond waren wir in einem verlassenen Haus vollständig versammelt.
2 Tage der Sammlung, des schweigens, fastens, meditieren - der mentalen/spirituellen Vorbereitung. Mit einer Wanderung von knapp 30 min. erreichte man eine steile Anhöhe, von der aus wir die Nuarge unten im Tal, 4 - 5 km entfernt, erkennen konnten.
Erreichen konnte man sie in direkter Linie von hier aus nicht - die dazwischen liegende, abschüssige Schlucht hätte mich bei meinen ersten Erkundigungen - viele Jahre zuvor - um ein Haar das Leben gekostet.
Die Schlucht hatte die Konstruktion einer Insektenfalle, man kam zwar rein - aber nicht wieder raus, zu steil, geröllig, dornig, glitschig.

Die Berechnungen unseres Spezialisten für die geheime Kabbala, die Zahlenmagie sowie die unseres Astrologen legten fest: Um 19 Uhr gemeinsam ein Glas Unkentrunk (mit einem Tropfen drin!) trinken. Für die Beschwörung - sowie für den Notfall - hatten wir ein Flächschen, gleichfalls ein aufgelöster Tropfen, dabei.
Weitere Wegzehrung: Jeder 1 Flasche Wasser, eine Hosentasche voll Rosinen und Nüsse (lt. den Upanischaden: Die Nahrung der Götter, die vom Himmel kamen...)
Ein letzter Blick unseres Meisters für Tarot - und es ging los!
Hätte ich mal auf mich gehört - alles wäre anders gekommen! Ich hatte zwar nicht viel Ahnung vom hohen Tarot - doch von Erfolg oder gar "Transformation der Welt" stand in den Karten nix. Auch keine Warnung. Aber das Gegenteil dessen, was wir erwarteten. Der Narr, die Null, war das Zentralmotiv - falls Dir das was sagt...
So. Tapfer stapften wir durch das lebensfeindliche Gelände. Bist Du mal durch unurbanisiertes Land gelaufen? Unsäglich! Schulterhohes "Chisto" - eine stachelige, klebrige, störrische Buschart, auch Zistrosen in anderen Gegenden genannt.
Disteln, Ginster, Geröll. Du siehst nie, wohin Du Deinen Fuß setzt. Der Anarcho-Rebell mit einer Machete vorne weg.
Wir konnten die Nuarge zwar nicht sehen, wußten jedoch, daß wir uns im Halbkreis um die Schlucht nach Westen schlagen mußten. No Problem! Auf die sinkende Sonne zu.
Ich glaube, der Unkentrunk setzte bei uns allen gleichzeitig mit einem Paukenschlag ein.
Zwar hatte ich, wie die Meisten von uns, ein paar Vorerfahrungen mit dem von Hexen so geschätzten Gebräu, aber in Häusern oder lieblichen Gärten. Es war phänomenal!
Unsere eigenen Bewegungen, das Knacken der Äste verursachte einen Höllenlärm. Die letzten Sonnenstrahlen waren heller als 100 Sonnen. Sie brannten nicht auf der Haut sondern durch sie hindurch...
Die Weggenossen zu sehen ersparte ich mir lieber: Ich erkannte nicht einen! Aber ich sah angsterregende, abenteuerliche Gestalten - ganz offensichtlich nicht von diesem Planeten! Geister! Gespenster! Auf dem Gipfel: Keine Nuarge zu sehen.
Ohne viel sprechen zu können, deutete ich an, daß wir durch´s Tal auf den nächsten Gipfel müßten.
Okay, alle 7 runter/ wieder rauf. Was ein Act! Aber wir hatten irgendwie alle Energie der Welt. Oben angekommen war klar, daß der vor uns liegende Berg viel höher war und so die Sicht auf Sonnenuntergang und Nuarge versperrte. Also runter und da wieder rauf.
Viel, viel später wurde mir klar, daß wir völlig von der Nuarge abgekommen waren - ja, selbst von der Idee dahin zu müssen.
Magisch schien uns nur eines anzuziehen: Der Sonnenuntergang! Auf diesem, nun wohl schon 4. oder 5. Hügel angekommen, sahen wir vor uns einen weiteren Hügel!
Von da werden wir eine klare Sicht auf den Horizont haben... glaubte ich und spornte den Trupp durch Taten an, mir zu folgen.

Also, ich verkürze das jetzt mal. Rauf und runter und wieder rauf auf den nächsten Gipfel! Ich hatte die Vorstellung, daß da 7 Kugelblitze durch die unberührte Landschaft zischten.
Längst war es Nacht. Jeder halluzinierte wie verrückt. Einer sprach mit einer Blüte, einer wiegte (mit einem Liedchen) einen Busch in den Schlaf...
Ich gehe da lieber nicht in´s Detail. Ein nüchterner verstand würde sagen: 7 Verrückte, 7 total komplett Durchgeknallte...

Irgendwann stieg klar und hell die Mondin auf.
Irgendwann waren selbst beim Letzten von uns, die ohnehin schon überstrapazierten Energien erschöpft.
Die tiefe, klare Sternennacht sah uns im Kreis in einer Kühle sitzen, die mit Gras und Moos bewachsen, nicht ganz so wiederborstig war, wie die sonstige sardische Landschaft.
Rundum duftende Ginsterbüsche - wie Wachen.
Nach und nach konnten die Zungen die Körpersprache ablösen. Wir philosophierten, über Gott und die Welt. Aber mehr heiter und gelöst, als in den vielen Vorbereitungssitzungen. Ich glaube, wir hatten die Nuarge und den "großen Plan" gar nicht groß erwähnt. Joints kreisten, Lachkaskaden kamen auf. Vom Unkentrunk wollte niemand "nachlegen".
Das Problem war das Wasser. Eine paar Flaschen sind wohl verloren gegangen. Andere waren leer. Die verbliebenen, zusammengeschüttet ergaben ca. einen viertel Liter. Also nur Lippen anfeuchten - nicht trinken. Ich hatte aus anderen Eskapaden, Nahtodeserfahrungen, bei Extrem-Natur-Magie-Experimenten damit einige Erfahrung.
Doch der hl. Franz hat z.B. geweint und gebettelt wie ein Baby. Herby hat geflucht wie ein Droschkenkutscher. Der Anarcho-Flipper nahm es gelassen, heiter wie alles...
Die erleuchteste philosophische Erkenntnis gipfelte wohl in Einsichten wie: "Die Erde ist ganz schön groß und weit." und "Theoretisches und praktisches Wissen sind ganz schön unterschiedlich." oder "Die Natur ist gar nicht so nett und lieblich, wie man denkt! Im Gegenteil: Die ist ganz schön unfreundlich!"
Eine lange Nacht.
Anderntags, als die Sonne brennend immer höher stieg, hatte keiner von uns mehr die Kraft sich zu erheben, geschweige denn, mehr als 10 Schritte zu laufen.
Ich denke, wir wären da glatt verratzt. Die Meisten hatten das auch schon aktzeptiert. Ab und an kletterte einer von uns an den Rand der Kuhle, wedelte mit dem Hemd und schrie irgendwie, irgendwas.
Gegen Mittag fanden uns Hirten auf Maultieren. Später preschten sie mit ihrem Pick-Up durch die Büsche den Hang hoch. Bei der Rückfahrt saß ich mit in der Fahrerkabine (weil ich angeblich ein paar Brocken sardisch konnte). Ich habe auf den Tacho gesehen: Wir waren 17 km von unserem Haus entfernt!
Einige Tage später waren wir soweit regeneriert, daß wir - die Morgenkühle nutzend - uns zur Nuarge aufmachten. Diesmal gab es keine Probleme sie zu finden. Wir verbrachten den Tag dort, bis auf ein paar Joints drogenfrei. Das es ein ungeheuer machtvoller Kraftplatz, Kultplatz war, war allen klar. jeder war ergriffen. Das Lachen und Quatschen hatte aufgehört, einer stummen Ehrfurcht Platz gemacht.
Meine "Erleuchtung", was die Nuarge eigentlich wirklich war, teilte ich auch meinen Amigos - so wie Euch - nicht mit. Aber Begriffe wie "der Mikrokosmos des Makrokosmos", "Observatorium", "Energiebündelungs- und Schaltzentrale", "Energie-Leuchtfeuer für Sternenfahrer", "Orgonen-Akkumulator", "Tempel" etc. tauchten doch auf.
Wo viel Licht ist, ist viel Schatten! Wenn das hier ein Kraftplatz war, wo sich vielleicht positive Erdenergien mit kosmischen Orgonen kreuzten und akkumulierten - dann war das verfluchte Tal daneben wohl der Minuspunkt.
Düster und unheimlich sah die Erdspalte aus. Seit Anbeginn der Welt schon war auf ihren Grund kein Lichtstrahl gefallen. Ein Platz für Schlangen, Kröten und allerlei Gewürm... Wir hüteten uns, auch nur in die Nähe dieser schroffen Schlucht zu kommen...
Einige Tage später verstreuten wir uns wieder in aller Herren Länder...

Epilog
So. Ich habe offen und ehrlich gebeichtet. Es ist okay, wenn Du mich und uns auslachst!
Trotz des Mißerfolges bereue ich Nichts! Die Erde ist noch immer von überwiegend gehirnlosen Plastikmonstern belebt - und vor allem regiert. Dummheit ist wohl noch immer die schlimmste Krankheit (Einstein: "Ich kenne nur 2 Dinge, die unendlich sind: Das Universum und die menschliche Dummheit - beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher!")
Natürlich waren wir größenwahnsinnig. Natürlich hatten die jahrelange Beschäftigung mit Magie und Mystik, mit Esoterik jeder Art einen gehörigen Realitätsverlust bewirkt.
Natürlich waren wir nicht felsenfest vom Erfolg der "Welten-Transformation" überzeugt.
Aber wir haben uns, jeder ein Stück weit, selbst transformiert. Und da liegt ja wohl auch das große Geheimnis der Alchemie, der Grals-Mythologie: "der "Tiegel", indem die unreine Materie sich in lauter "Gold" verwandelt - das bist Du!
Das "Gold" ist Deine unsterbliche Seele. Der "Gral" bist Du selbst!
So sind wir uns eben alle ein Stück weit näher gekommen. Jeder auf dem Weg zu sich.
Noch habe ich nicht abgeschworen. Noch immer habe ich die Suche nicht aufgegeben. Noch immer bin ich voller Neugierde: "Was ist hinter dem nächsten Berg?!"
Wir haben nicht das Bruttosozialprodukt gesteigert. Aber wir haben uns selbst bereichert. Und wir haben dabei niemanden geschadet!
Das ist doch mehr, als so mancher von seinen Taten sagen kann.

Agape & Venceremos
Michael