: identities 2003 :

text: nicolas ossberger

Wiens very own Queer Film Festival wird 10. Anlass genug dieses gar nicht so kleine Jubiläum vom 5. bis 12. Juni ausgiebigst zu zelebrieren – ein äußerst umfangreiches Programmangebot hilft einem dabei.

Umfangreich wie nie ist es ausgefallen, das "identities"-Programm 2003. Ein Beleg dafür, dass man den Sprung in die finanzielle Unabhängigkeit gut überstanden hat und das Festival somit auf dem besten Wege ist sein phasenweise selbstauferlegtes Nischendasein hinter sich zu lassen. Dem Anspruch das zweitgrößte internationale Filmfest der Stadt zu sein dürfte man in diesem Jahr jedenfalls problemlos gerecht werden. Acht Tage queerer Filmkunst erwarten uns – hier der erste Überblick.

Langfilme

Das Hauptprogramm gibt sich 2003 äußerst international. Produktionen aus Spanien, Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Italien, Kanada, Mexiko, Hongkong, Sri Lanka, Schweiz, Australien und Israel versprechen jedenfalls ein in jeglicher Hinsicht buntes Treiben. Und auch wenn sicherlich nicht alles Gold ist was glänzt, wie Bob Gosses eher banales, mit Lili Taylor und Courtney Love in den Hauptrollen besetztes, Werk "Julie Johnson" beispielsweise, so gibt es unter anderem mit Stanley Kwans "Lan Yu", Noam Gonicks "Hey, Happy!" und Jon Shears "Urbania" gleich mehrere absolute Highlights zu entdecken.

Kurzfilme

Mit dem Kurz- und Animationsfilmgenre scheint man sich in Queer-Culture-Kreisen besonders gut anfreunden zu können, Zufall kann es jedenfalls keiner sein, dass gerade in diesem Bereich sowohl qualitativ als auch quantitativ der Strom sehenswerter Produktionen nicht abzureißen gedenkt. Ein Verdienst unter anderem der in Los Angeles beheimateten "Power Up!"-Organisation, welche mit gleich drei Kurzfilmen vertreten ist, darunter Angela Robinsons Girlie-Action-Spoof "D.E.B.S." Ein weiterer Schwerpunkt ist im Rahmen dieser Schiene Australien gewidmet.

Dokumentationen

Kein Filmfestival ist komplett ohne Doku-Schiene. Schon gar kein Queer-Filmfestival. Dementsprechend groß ist auch das Angebot an interessanten und anspruchsvollen Material, welches im Zuge der "identities 2003" erstmals in Wien präsentiert wird. Insbesondere Deutschland entwickelt sich diesbezüglich gerade zum Exportland Nummer Eins, gleich fünf Produktionen fanden den Weg ins Programm, darunter Jochen Hicks "Ich kenn keinen – Allein unter Heteros", für den der Regisseur heuer in Berlin den Teddy-Award in Besitz nehmen durfte.

Alle weiteren Infos zu Programm, Ticketvorverkauf und sämtlichen anderen außertourlichen Spompernaderln findet der geneigte Leser unter http://www.identities.at/.


identities 2003
QUEER FILM FESTIVAL
5.-12. Juni 2003
FILMCASINO, Margaretenstrasse 78, 1050 Wien
SCHIKANEDER, Margaretenstrasse 24, 1040 Wien

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http://www.identities.at/