"Wenn man im Waldviertel Gras mäht..."

: groamat - independent clubfestival :
: avalon allentsteig :

text: michael koscher

Wenn man im Waldviertel Gras mäht, dann sagen die Waldviertler dazu Groamat - andererseits trägt auch das Independent Clubfestival im Avalon zu Allentsteig diesen Namen. Was sich aber abseits von landwirtschaftlichen Nutzflächen im ehemaligen Lichtspieltheater im lieblichen Truppenübungsplatzörtchen am zehnten und elften September ereignete, wissen Michael und Raffael Koscher.

Fünfzig Stufen sind es, ja ungefähr fünfzig Stufen erhebt sich das Avalon über die Ernst-Krenn-Straße in Allentsteig. Ein ehemaliges Lichtspieltheater, das nun zu einer ganz anderen Ehre gekommen ist: Beherbergt es doch nun einen innovativen Kulturverein, dessen Verdienst es ist, immer wieder das Unmögliche möglich zu machen und internationale wie natürlich auch nationale Acts ins Waldviertel zu holen: Letztes Jahr gastierten New Model Army und Therapy? im Avalon. Für den zehnten und elften September dieses jahres hatten sich die Organisatoren – allen voran (princeps inter pares) Christian Rabl (siehe Foto) – wieder einmal einiges einfallen lassen. Neben dem vielfältigen Rahmenprogramm, das unter anderem das Freiluftgelände mit Lagerfeuer, an dem sich zu relaxen und zu plaudern zwischen den Konzerten immer wieder aufs Neue überrascht, die Internet Workstations im Foyer, die zum gratis Surfen einladen sowie die Workshops und - nicht zu vergessen - den gratis zu benützenden Campingplatz am See und vieles mehr umfaßt, dominiert für den musikinteressierten Besucher das sich sehen lassen könnende Programm, obwohl die heimelige Atmosphäre dem schon fast die Waage hält. Eine gemütliche, friedvolle Stimmung, aggressionsfrei und fast lieblich, zieht sich durchs gesamte Avalon – von der Bühne, die übrigens nicht vom Zuschauerraum getrennt ist, über die Bar in den ersten Stock (Zuschauergalerie, Matratzenlager), wieder hinunter in den Garten bis hinüber zum See ins Waldviertler Kinder- und Jugenddorf (den Campingplatz), ohne auch nur einen Gedanken daran verschwenden zu müssen, im Gedränge könnte sich einer der eigenen Gelbörse bemächtigen. Ergo uneingeschränkter Musikgenuß und hier sei auch das Lob an die Tontechniker angebracht, die für einen tollen Sound verantwortlich waren – auch wenn Attwenger in ihrer pseudoüberheblichen Art wieder einmal raunzen mußten, aber das tun sie ohnehin nur daheim in Linz nicht.

Konzerttagebuch - zehnter September

Konzerttagebuch – elfter September

Man kann wohl nur gratulieren, und zwar zum eigenwilligsten und vielleicht deshalb interessantesten, wenngleich nicht größten Festival dieses Sommer. Es sind vielleicht nicht die Hauptacts, die eine derartige Veranstaltung nennenswert machen, sondern die vielen, vielen Kleinigkeiten. Und deren gibt es im Waldviertel genug.