vier : sterne : deforce

text: michael bela kurz

Mit den Richtigen konnte Shorty einen Weg der Kommunikation praktizieren — das Interview.

Frank Spilker erinnert in vielen Belangen an Pavement’s Steve Malkmus. Beide sind bei den Mädchen überdurchschnittlich beliebt, was ihnen beinahe zuwider ist. Aussehen ist zu profan. Der Intellekt sollte es sein. Doch ist auch klar, daß es dort mit der Luft dünn wird. Konsequenterweise Eremit des Lebens zugunsten eigener Entwicklung. Ihre Texte sind nicht unbedingt zum Verstehen für alle zu verstehen. Oder es muß nicht immer alles erklärbar sein, es genügt, wenn es einer weiß. Und das muß man nicht selbst sein. Beide sind Frontmänner zurecht gefeierter Bands, die der Indie — Bewegung zugeordnet werden. Und haben dabei doch so selbständige, ganz eigene Stile.

Hr. Spilker führt das nun auf eine Art gemeinsame Sozialisation wie Pavement zurück, z.B. Vorliebe für schräge Töne wie Jesus and the Mary Chain. So wurde im eigenen Studiokomplex bewußt ein Übungsraumsound gewählt und damit experimentell gearbeitet. So ein eigenes Studio läßt das auch zu, man hat Zeit und es die kostet noch immer nichts. Auch wenn man es an Freunde und benachbarte Bands wie Stella, Ja König Ja oder Egoexpress vermieten könnte, man verliert vielleicht Geld, aber es kostet nichts. Es hat seit Mai 98 Geld benötigt, das Studio einzurichten. Und nicht, daß man sonst nichts gemacht und verdient hätte! Thomas Wenzel ist auch noch etwa bei den Zitronen (Goldene) zuwerke, bastelt auch gerade an einer Countryband (entstaubt). Zusammen mit Frank S. war da noch der Soundtrack zu "Der Strand von Trouville", Lars Graume‘s "Dunkel" wurde von der zweiten Hälfte ( Christoph Leich & Frank Will ) vertont. Es ging darum "Sounds für ein Bild" zu finden. Und Wenzel spielt nicht nur den Baß, man muß sich halt woanders ausleben. Sowie letzten Sommer in Klagenfurt, als zum Abschluß einer langen Tour die Bühne erst gegen 1:30 morgens erklommen und das Konzert zu einer echten R’n’R T-Shirt — zerreiß — Zeter Mordio Alarm Show wurde. Dieses Jahr ist ab Herbst Tour, der Sommer hört nur ein paar Unifestivals. Und Hamburg als Homeground bekommt auch Bühnenschweiß…man lebt nur hier, ist aber keine Hamburger Schule Band. Überhaupt gibt es dort einfach nur ein positives Klima, man wird eben eher wahrgenommen. So wie die Sterne den Aufschwung des deutschen Hip Hop wahrnehmen und an Bands wie Absolute Beginner oder Eins Zwo auch Gefallen finden — ehrlich! So aufgeschlossen wie sie glücklicherweise für Remixe sind. Das formidable "Themenläden" Remixalbum schreit nach Prolongierung. Groß das Verlangen — klein die Wahrscheinlichkeit (in näherer Zukunft) ! Obwohl "Big in Berlin" schon verlangsamt ins Sphärische abgeändert wurde, ist keine komplette Albumüberarbeitung zu erwarten. Was mit der aktuellen Arbeitstechnik zutun hat, gewissermaßen ist der Remix schon beigepackt. So ließen sie jetzt schon Fragmente bearbeiten oder schickten sie durch Sequenzer und sagten sich : Man hat noch Zeit zum Experimentieren, vielleicht noch eine HB 3 - oder eine sanfte Percussion - Spur.

Und wie sagt doch Hr. Spilker über die beste Sterne Scheibe ? " Naja es ist halt unsere fünfte Platte und die kann nicht so aufregend sein wie die Erste. Aber für das sind wir zufrieden."

Und wie zitiert der Interviewer Die Sterne ? Track 10 = " Manchmal sagt man vertraute Sachen vor sich hin". Respekt.