: herbie smith department :

text + interview: shorty

Die Wiener Jazzrock Combo steht zwischen den Zeiten und das auf zwei Beinen.

Irgendwann vor 30 Jahren war Santana noch der Auslöser, um überhaupt in die Sechssaitige zu greifen, heute könnte der Altmeister diesen Funken auf Mastermind Herbie Smith nicht mehr überspringen lassen. Aber überhaupt wäre da in der Gegenwart nicht viel Ansporn. "Damals, als der Spirit im Herzen fühlbar war, wußtest du noch, warum du jetzt das spielst". So ist das Herbie Smith Department eine Band, um den ehemaligen Blutrausch / Dahdiwaberl Gitarrero gruppiert, die unbeirrbar ihren Weg im Jazzrock geht und lebt. Man glaubt an die Kraft der wahren Musik und will sie auch echt rootig belassen. Die Kompositionen werden per Hand zu Papier gebracht, in der Band wird viel gesprochen und ein Computer ist weit und breit nicht in Sicht. So gibt es auch noch immer keine Homepage, obwohl man durchaus die Wichtigkeit derselben und ihrer Möglichkeiten anerkennt, aber wer soll das tun? (Es wird also jemand dafür gesucht..!). Über den Salzburger Tonsa Verlag werden die bisher drei Tonträger vertrieben und man ist durchaus zufrieden so. Bei einer größeren Firma müßte man vielleicht zuviele Zugeständnisse machen. Der Erstling "Make your own Way" hat doch schon an die viertausend Stück verkauft, der aktuelle Longplayer "Different Things", eine ansprechende Sammlung von Covers (Hendrix, Santana, Little Willi John, Jim Webb) und Eigenkompositionen ist der bisher kommerziellste und liegt auch gut im Rennen. Im Herbst geht es dann wieder ins Scope Studio des ruhenden Pols und Schlagwerkers "The Machine" Szalay und dann soll es gezielt wieder mehr rocken. Wobei aber der eigene Touch nicht angetastet werden soll. Die Band hat durchwegs fähige Handwerker und zu einfaches würde unweigerlich beim zweiten Auftritt zu Langeweile führen. Zu der führt allerdings der Mangel an guten Locations oder das Sterben derselbigen (RIP Bluesman).
Die Zeiten bringen unterschiedliche Auffassungen zu Tage, und manchmal ist man unwissend schon wieder modern, bis zum nächsten Gilles Peterson muß es nicht weit sein. Als letztens Herbie Smith bei seinem Santana Tribute die Fangemeinde mit "C‘mon feel the power, feel it..." auf den damaligen Zeitgeist sprechend einschwört, steht neben dem Autor ein Jungspund und raunt "..daß ehhhh ok is, was der da oben macht, aber jetzt mit dem Rap kommt das ganz suuupaa!".