: Pepsi Sziget 2000 ::__Tag sieben

text: robert strayhammer

Tag 7

Irgendwie kaum zu glauben, dass das heurige Festival mit dem heutigen Programm sein Ende findet.
Den Tag über wirkt das Festivalgelände wie ausgestorben, schön langsam beginnt sich alles irgendwie aufzulösen, die ersten Stände werden auch schon abgebaut.
Der Zeltwald beginnt sich zu lichten und die Anstrengungen der vorangegangenen Tage sind jedem einzelnen Besucher anzusehen.
Das Programm des letzten Tages ist dann auch eher mäßig, sieht man von den Hauptattraktionen der World Stage (Boban Markovic), des Danceland (Paul Van Dyk) und der Hauptbühne (OASIS) einmal ab.
Auf diese drei Schauplätze konzentriert sich dann auch das Besucherinteresse.

OASIS (= Liam Gallagher) pflegten mal wieder ihr Rockstar - Image, indem sie zuerst ohne nähere Gründe die Pressekonferenz platzen lassen und dann, unter Sicherheitsvorkehrungen wie sie Salman Rushdie vielleicht im Iran brauchen würde, im inneren Backstagebereich verschwinden.
Beim Konzert war Liam dann vorerst gut aufgelegt. Er hatte zwar einiges am Monitorsound auszusetzen trotzdem war es kein Vergleich zur schieren Arbeitsverweigerung bei Rock am Ring. Man begann gleich mit Go Let It Out und spielte sich auch sonst recht ordentlich durch das reiche Reservoir an Hits, wenngleich das aktuelle Album eher unberücksichtigt blieb. Die gute Laune schwand aber zusehends mit der Dauer des Konzerts und die Flaschen die auf die Bühne flogen, trugen das ihrige dazu bei. Als Liam dann irgend jemand ein unübersehbares NOEL – Plakat entgegenhielt (tja, wer das wohl war ?) stieg sein Freude-Pegel auch nicht wirklich. Die Show war dann auch nach wenig mehr als einer Stunde vorbei; Zugabe gab’s auch keine, hatte Liam sich doch mit dem Refrain "I’m a Rockstar" verabschiedet.

Wie immer kam man am letzten Tag erst wieder drauf was man nicht alles versäumt hatte und was man sich eigentlich zu Beginn der Woche vorgenommen hatte (Paintball, Freibad, Stadttour, Blut Spenden (na ja vielleicht doch nicht) etc.).
Der letzte Tag brachte aber auch die Erkenntnis warum auf der Sziget Homepage extra auf den russischen Stand bei der internationalen Küche hingewiesen wird. Dort wird nämlich kein Wodkahältiger Drink ausgelassen und wer zu späterer Stunde dort aufkreuzt kann sich schon einmal auf sehr abenteuerliche Mischungen gefaßt machen (1/3 Wodka, 1/3 Eistee, 1/3 Soda auf einen halben Liter, wobei der Wodkaanteil kontinuierlich steigt) und Hohelieder auf das Proletariat und die Weltrevolution anstimmen.

Ein letztes Mal wird die Insel zu einem der größten Freiluftübernachtungsplätze Europas.
Wer nicht schon für den Tag der Abreise vorgesorgt hat wird am darauffolgenden Tag durch die Finger schauen, denn da gewinnt man den Eindruck das die Betreiber der Stände mit ihren satten Gewinnen gar nicht schnell genug davonkommen können; dass auch die Sanitäranlagen schon in den frühen Morgenstunden abgebaut werden stößt verständlicherweise auf das Unverständnis der abreisenden Besucher, aber die Heimat ruft ohnehin schon...

...so wie das Sziget im kommenden Jahr.
Vielleicht sieht man sich ja.

Offizielle Seite:
http://www.pepsisziget.index.hu

Fan-Seite:
http://www.extra.hu/diaksziget/english/index.html