: Pepsi Sziget 2000 ::__dritter Tag

text: robert strayhammer

Tag 3


Irgendwie kommt es einem so vor als würden die Besucher von Sekunde zu Sekunde mehr, und dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr. Nachdem am ersten Tag schon fast doppelt so viele Leute da waren, wie im Jahr zuvor steigert sich der Besucheransturm kontinuierlich weiter. Wenn das Wetter weiterhin so toll bleibt könnte heuer die 300 000er Marke des Vorjahres überboten werden, zumal das Programm zu Wochenbeginn mit der Bloodhound Gang und Oasis noch einmal richtige Publikumsmagneten bietet. Es könnte also eng werden.


Für Enge vor der Bühne sorgten am frühen Freitagabend Therapy?, die schon vor zwei Jahren, da allerdings als Headliner am Abend, die Zuschauer begeisterten.
Therapy? sind gerade auf Festival-Tour und werden im Herbst nach der Veröffentlichung ihres Best Of - Albums erneut auf Klub-Tour gehen. Das Album wird aber keine Singles-Kollektion werden, so wie bei vielen anderen Bands, da laut Band die Singles nicht immer die Besten Songs der Alben waren. Außerdem gibt es als Bonus noch zwei neue Songs.
Für Therapy? scheint sich die Frage nach dem ? schön langsam zum Running Gag zu entwickeln, vergeht doch kein Interview ohne ihr. Als Antwort gibt es nur ein lakonisches: "Es gibt darauf keine Antwort!" Man solle sich selbst einen Reim darauf machen.
Ihre gute Laune bewiesen sie auch bei der Antwort auf die Frage, ob die Therapy?-Mitglieder wirklich so leicht zu ersetzen wären wie bei ihrem Auftritt beim Forestglade.
Sie meinten, dass sie ohnenhin Anhänger des "Hire and Fire" - Prinzips wären und sie schon überlegen würden statt Andy einfach einen singenden Affen auf die Bühne zu stellen.
Das Konzert war dann mehr Best Of, denn Präsentation ihres neuen Materials, was für ein Festival aber ohnehin besser ist.
Als Zuckerl für die Fans gab es dann das Judas Priest Cover "Breaking The (motherfucking) Law", bei dem bis dato die meiste Bewegung vor der Bühne herrschte.

Für Bewegung sorgten hin und wieder auch Apollo 440; das Problem war halt, dass man einfach die Spannung nicht halten konnte, dazu kamen auch noch Probleme mit dem Sound; wer sich von 08/15 Mitsing-Animationen der Marke "everybody say PARTY - PARTY" nicht abschrecken ließ, hatte aber dann doch ein zufriedenstellendes Konzerterlebnis.

Im der "Pall Mall Night Zone" aka Danceland (dem derzeit größten Dance Zelt Europas, das ca. 4000 Leute fasst) sorgte Ibiza's Star-DJ Alfredo für das passende Insel-Feeling.
Wer es ein wenig unkommerzieller haben wollte, konnte im Zelt des ehemaligen Piratenradios Tilos Radio, das nun durch Lizenzentzug kurz vor dem Ruin steht, bis zur Sperrstunde, so gegen 8 Uhr Früh, das Tanzbein schwingen.

Schön langsam geht es an die Substanz der Besucher, aber durchhalten lohnt sich, zumal das Programm ja wirklich noch einiges zu bieten hat.

Offizielle Seite:
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Fan-Seite:
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