: Pepsi Sziget 2000 ::__zweiter Tag

text: robert strayhammer

Der zweite Tag

Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, um 6 Uhr Früh von den unterschiedlichsten Songs geweckt zu werden, kann man sich einmal irgendeiner tollen Morgenbeschäftigung widmen.
Spätestens um 10 Uhr muß das Zelt sowieso verlassen werden, weil sich das Schlafen bei Temperaturen zwischen 40 und 50 Grd Celsius schnell zu einer schweißtreibenden Beschäftigung entwickelt. Entweder geht man auf Schattensuche, duschen (da ist jede Kneipp-Kur ein Lercherlüfterl dagegen) oder auf die Suche nach einem der 200 Gastronomiestaende und frühstückt erst einmal ordentlich...

Nachmittags gings dann zur Hauptbühne, wo Suzanne Vega und die Guano Apes ihre Rolle als internationale Acts erfüllten.
Die sympathische Suzanne Vega verzichtete bei ihrer Show auf großartiges Brimborium und spielte, wie New Model Army im Vorjahr, nur mit Gitarre und Bass-Begleitung.
Durch diese bewußt minimalistische Instrumentierung wurde ihre Singer/Songwriter - Qualität umso mehr hervorgehoben. Trotz ihrer nun doch schon recht lange dauernden Karriere war es ihr ein Leichtes, zu beweisen, dass sie klassische "Female Acts" wie Alanis Morisette und deren Klones-Klone mit links aussticht.
A propos stechen, die Guano Apes bestachen bei ihrer Pressekonferenz, laut Eigenaussage die zweite in ihre bisherigen Karriere, vor allem durch, sagen wir es höflich: "äußerst dürftiges Englisch".

Zu erfahren war dann, dass vorraussichtlich Feb/März 2001 ihr neues Album erscheint und sich die letzte Tour in den Staaten insofern gelohnt habe, als dass sich der Albumverkauf inetwa verdreifacht habe. Sonst gab es viel Lob auf das Festival und dessen Besucher, ernst gemeint aber bla bla bla...

Das Konzert selbst startete mit einem Massive Attack-Intro und - – na ja - – irgendwann hätten dann die Vorhänge vor der Bühne bombastisch eröffnen sollen ... Sonst war die Show sehr profesionell, mit Einlagen a la "im Plastiksofa auf der Menge surfen", und mit dem druckvollen "Lords Of The Boards" bot man auch einen würdigen Abschluß.
Außerdem versprach man im naechsten Jahr wiederzukommen; na gut, wieso nicht?

Auf der Pesti Est Stage gab es eine feine Elektronik-Performance von Toy Division (ungarischer Lokal-Matador) und das Hare Krishna-Zelt lud – as usual –zu kollektiven Lobpreisungen mit Hardcore-Band - Begleitung (Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare - das setzt sich fest wie Plaque).
Stolz waren die Veranstalter darauf, dass am ersten Tag beinahe doppelt so viele Besucher da waren wie am ersten Tag des Vorjahres, und dass entgegen allen Erwartungen keine Beschwerden bezüglich Lärmbelästigung vom zuständigen Bezirksvorsteher eintrafen.
Gut so. Weitermachen!

Offizielle Seite:
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Fan-Seite:
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