: peter green : der beach boy des blues

text + interview: shorty

Stellen Sie es sich bitte nicht romantisch vor, mit dem großen alten Mann ein paar Worte zu wechseln. Denn erstens versteht er viel Gefragtes gar nicht und zweitens antwortet er dann auf etwas anderes. Und das aus seiner Welt heraus, die unsereinem nicht unbedingt nahe ist. Hier die so manche Antwort auf Fragen, die nicht gestellt wurden. Natürlich ist Robert Johnson ein Thema: "zu Lebzeiten war er ein Stück Mist, er war nicht wichtig. Du wirst eben nur wichtig, wenn du etwas machst, das jemanden berührt. Da kamen die Stones, Clapton oder eben auch wir und er ist der Ursprung des ganzen. Gerade jetzt ist in den States wieder der Trend zum akustischen Blues stark und damit hat Johnson auch wieder Oberwasser...obwohl er nicht elektrisch war. Aber es ist doch absurd darüber zu diskutieren. Wir waren auch bei der Convention zur Hall of Fame, wo etliche Intelektuelle des Blues herumdiskutieren, ob jener oder welcher gerade für 5 Sekunden R.Johnson war oder nicht. Blues ist ein Feel und das soll man tun aber nicht reden."
Der nächste Silberling soll "Destiny Road" mit Jams werden, Songs von Little Walter oder Jimmy Reid sollen Vorlagen sein. Der väterliche Verwandte und Freund Nigel Watson, weltliches Ego Greens schafft dabei alles Irritierende aus dem Weg und "spielt dabei seine alten Soli, die er nicht mehr spielen will und Peter soliert dann wieder über diese.." Genausowenig mag der 1946 geborene eigene Tributes "weil sie mich als Dieb der Credits entlarven..das ist nicht relevant und die sollen Eigenes machen" Und ein kindlich-verschmitztes Lächeln huscht über seine Lippen.
Der Mann, der schon mehr Räume von innen gesehen, als ihm lieb ist, erinnert unweigerlich an Geschichten über die Sperrigkeit eines Genies Wilson. Das ist den Platten der Peter Green Splinter Group nicht zu anzuhören. Sei es die großartige Aufarbeitung des Robert Johnson Songbooks ( Teil 2 "Hot Foot Powder" ist jetzt neu und mit Gästen wie Dr. John, Buddy Guy , Otis Rush, Sumlin, oder Joe Louis Walker geadelt ) oder die straightere "Destiny Road", der Mann kann noch immer erstaunen und Wärme vermitteln. Auch auf der Mundharmonika ist er nicht zu unterschätzen und er ist fern vom Clapton/King Stadiumrockblues, was kein Fehler ist. Aber Clapton kam sowieso eher von Albert Collins... . Peter Green - damals 1/4 des britischen Kleeblatts der Saitengreifer - einfach ein produktiver Mensch und wenn ihm nie jemand eine Gitarre in die Hand gedrückt hätte, wäre es vielleicht die Malerei geworden. Aber Bilder sieht man sowieso wenn der Mann sein stilsicheres Feeling auf die Saiten überträgt – auch heute noch.