: aaliyah 1979-2001 :
: too fast to live : too young to die

text: andreas probst

Wie schnell und unverhofft ein Nachruf an Stelle einer Musikrezension treten kann, mußten dieser Tage alle Fans der Ausnahmekünstlerin Aaliyah schmerzlich erfahren. Gerade zu ihrem erfolgreichsten Jahr einer vielversprechenden Karriere durchgestartet, kam die 1979 im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborene Sängerin und Schauspielerin am vorigen Wochenende (25.09.01) bei einem Flugzeugunglück ums Leben. Gerade die letzten Aufnahmen für einen neuen Videoclip im Kasten, stürzte die zweimotorige Cessna auf dem Rückflug von den Bahamas ab und ging in Flammen auf. Neben Aaliyah fanden weitere sieben Personen den Tod. Ein herber Verlust für alle Angehörigen, Freunde, Fans, die Entertainmentbranche und Virgin Records, dem würdigen Vertreter der musikalischen Werke Aaliyahs.

Schon immer mit einem Schleier aus Geheimnis und Mystizismus umgeben war die meist in Schwarz gekleidete und hinter einer Sonnenbrille verborgene "Aaliyah" Dana Haughton 1994 mit ihrem Debütalbum Age Ain´t Nothing But a Number erstmals ins Scheinwerferlicht der Glamourszene getreten. Die Fachwelt wurde auf sie aufmerksam und der britische New Musical Express kürte die Hollywood-Nachwuchs-Hoffnung in einer Titelgeschichte zur "Königin des düsteren R´n´B". 1996 folgte das Album One In a Million und im Jahr 2000 kommt der Einstand als Schauspielerin im Kinofilm Romeo Must Die. Dem folgt die für sie auf den Leib geschnittene Hauptrolle in der Verfilmung des Anne Rice Vampir Bestsellers The Queen Of The Damned. Eine Bilderbuchkarriere, die in der aktuellen CD Produktion Aaliyah ihren musikalischen Höhepunkt finden soll. Ein Album, dem schon durch die Mitwirkung des (Über)Produzenten der R´n´B Szene Timbaland eine Erfolgsgarantie gegeben ist. Dementsprechend perfekt auch der Opener und Single "We Need a Resolution", der mit seinem orientalisch anmutenden Soundteppich zur Reise in 1001 Nacht einlädt. Beinahe zu glatt und discosteril anmutend die folgenden Tracks, bis ein absolut sensationelles "I Care 4 You" alle Zweifel im Meer des Vergessens abtauchen läßt. Vergessen und vergeben alle vielleicht Schwachpunkte. Das ist Soul vom Allerfeinsten. In dieser Qualität geht es dann auch weiter, "Extra Smooth" geht nahtlos in weitere Highclass Gefilde über, wobei im mit seinen verspielten Pianoläufen klassisch angehauchten "I Refuse" die Queen nochmals zu stimmlicher Hochleistung aufläuft. Als Ausklang dann noch eine weitere Hitsingle, "Try Again" aus dem Soundtrack zum Film Romeo Must Die. Da auch der schönen Julia gleiches Schicksal nicht erspart geblieben ist, hat der Filmtitel in der Realität plötzlich Gestalt in Form eines traurigen Omens angenommen. So wird aus der Musik eines lebensbejahenden Werkes ein Requiem, das den Menschen Aaliyah in positiver Erinnerung bewahren wird. "Der Tod ist nicht ein Weg ins Nichts, er ist eine Veränderung des Seins".

Discographie:

Age Ain´t Nothing But a Number 1994 (Jive/Zomba)
One In a Million 1996 (Virgin/EMI)
Aaliyah 2001 (Virgin/EMI)

: related links :

www.aaliyahonline.com
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