: life in slow motion : pleasant grove :

text: thomas weber

Debütanten müssen sich Vergleiche gefallen lassen. Nix Tabula Rasa. Das ist nun einmal der Lauf der Dinge, den Pleasant Grove auf ihrem herzerfrischend unzeitgemäßen Debüt ja so schön beschreiben. Zur Einstimmung also ein paar wohlwollende Referenzen: Pavement, Built To Spill und die frühen Lambchop ("How I Quit Smoking").

Wenn sie nicht schlicht und einfach stupid sind, dann
bringen gelungen Refrains üblicherweise Songs auf den Punkt. Oder sie führen elegant in die Irre. "I can take it apart / but I can`t remember / how it all fits together". Pleasant Grove haben es geschafft, einen Refrain zu schreiben, der beiden Ansprüchen gerecht wird. Präzision und Chaos, Zerrissenheit, Zurückhaltung und Anspannung – alles Pole zwischen denen nicht nur ihre "Ballad of James Snyder" hin und her pendelt. Und auch wenn sie es dabei immer wieder schaffen, vermeintliche Gegensätze zu vereinen, bleiben die fünf Texaner ihrer melancholischen Grundstimmung stets treu. Musikalisch läßt sich die bei Pleasant Grove sowohl mit langsam schwülstigen Gitarren, minimalistischen Piano-Arrangements, als auch unaufdringlichem Trompeteneinsatz rüberbringen. Gemeinsamer Nenner bleibt die Langsamkeit. Absolut laid-back und Life in Slow Motion. Bei Pleasant Grove bringt das die Erkenntnis existentieller Einsamkeit: Vollkommen am Boden und doch über den Dingen. Gefühl und doch klarer Kopf. Verpackt in eine zehnminütige Nummer taucht dann eine Songzeile auf, die noch einmal alles klarstellt: "But you wouldn`t believe me when I said nothing this beautiful could ever last". Kein "last forever", nein, "ever last". Zwischendurch haben sie ihren Gitarren wieder einmal freien Lauf gelassen. Rauh und hintergründig. Und mit einer (Überzeugungs-)Kraft, die einem Neil Young mittlerweile manchmal fehlt...

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