: did it themselves : valina

text & interview: werner schröttner

Valina: Gitarren-Rock-Trio aus Linz. Status: Kleine österreichische Underground-Band. Bewusstsein: Froh, eine solche zu sein. Möglichkeiten: Aufgrund von Unabhängigkeit und Eigeninitiative überdurchschnittlich viele. Gesamteindruck: Leidenschaftlich, abgeklärt und kritisch.

Abseits der mächtigen Musikindustrie aktiv, bilden Anatol Bogendorfer (Gitarre/Gesang/Trompete), Husbert Huber (Bass) und Claus Harringer (Schlagzeug/Gitarre) seit 1995 die musikalische Einheit Valina. Dieses langjährige bewusste Abseitsstehen bedingt sich weniger durch die musikalische Ausrichtung, als vielmehr durch die konsequente Do-It-Yourself-Vorgangsweise: Man geht davon aus, die größtmögliche Kontrolle über das eigene Schaffen zu behalten, indem die meisten Angelegenheiten selbst erledigt werden. Kooperiert wird ausschließlich mit Leuten und unabhängigen Labels, denen man menschlich vertraut; und umgekehrt. Eine Einstellung, die Erfolg freilich nur bis zu einem gewissen Grad zulässt - wessen man sich durchaus bewusst ist. Anatol Bogendorfer im Interview mit wellbuilt!

Ihr beginnt eure Biographie mit den Worten: "Our influences are obvious". Ihr zählt dann Shellac, Slint und Touch & Go-Releases auf und mengt noch ein wenig Sebadoh darunter. Die Einflüsse sind klar hörbar...aber irgendwie erinnert Valina auch an britische Bands wie Bob Tilton (nicht zuletzt die Trompete), Spy vs. Spy oder Polaris...inwieweit habt ihr mit dieser britischen aus dem Hardcore entstandenen Rock-Musik etwas zu tun?

Ich glaube, sehr wenig. Zumindest so wenig, daß ich es nicht nachvollziehen könnte. Schon allein deshalb, weil ich nicht sehr viele Platten von englischen Bands zu Hause habe. White Album, Wire, Sex Pistols.... Ich denke, wenn, wie in unserem Fall, das Label vor drei Jahren konkrete Bands als Einflüsse in einem Informationszettel anführt, ist das wahrscheinlich vor allem als Hilfestellung gedacht um eine unbekannte österreichische Band zu umschreiben, aber letztendlich auch nur als die Auflistung eines Bruchteils der mehr oder weniger offensichtlichen Einflüsse zu verstehen. Wenn wir über Länder und deren musikalischen Szenen sprechen, ist mir bewußt, obwohl ich der festen Überzeugung bin, daß es in fast jedem Land Musik bzw. Bands gibt, die wir lieben würden, daß wir als Musik-Fans seit jeher mehr am amerikanischen Underground interessiert gewesen sind. Sei es Rock oder Jazz aus Chicago bzw. Washington DC , Avantgarde und HipHop aus New York oder die ganzen anderen seltsamen, spannenden Bands, die von dieser Unmenge an kleinen Independent Labels in diesem Land veröffentlicht werden. Im Allgemeinen habe ich sowieso das Gefühl, daß in jenen Ländern, wo in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht irgendwie ein Wahnsinn abgeht, auch der Gegenpol zum gesellschaftlichen Mainstream viel extremer ist und sich dies auch anhand des musikalischen Outputs und der verschiedenen Undergroundszenen bemessen läßt.

Inwieweit äußert sich heutzutage euer "Hardcore Spirit", der ebenfalls zu Beginn der Biographie angesprochen wird? Ist das eine gewisse D.I.Y-Einstellung - oder geht das darüber hinaus?

Wir selbst haben uns ja nie den Stempel Hardcore aufgedrückt. Das würde auch nicht funktionieren. Inhaltlich gehen unsere Überlegungen, was es heißt, Musik zu machen, eine Band zu sein und was die Wahrnehmung der Musikindustrie betrifft, aber doch in eine Richtung, die von "Hardcore"-Bands wie Fugazi einmal vorgegeben wurde. Ich will nicht Schwarz/Weiß malen, wenn ich behaupte, daß sich in der Musikindustrie ja seit Beginn eigentlich nie etwas verändert hat. Warum auch? Das sind Firmen, die vor allem Geld machen müssen und sich nicht allzu viele Gedanken machen wollen, wie sie die Vorstellungen einer Band und deren Entwicklung am besten umsetzen. Auf der anderen Seite ist es auch im Underground (oder Hardcore; wie auch immer) kein Honiglecken für Bands, da sich in diesem Bereich leider viel zu viele Leute einfach zu wenig scheissen und nur von ihren guten Absichten zehren. Und gerade deshalb glauben wir, die größtmögliche Kontrolle über unser Tun behalten zu können indem wir uns um die meisten Angelegenheiten selbst kümmern bzw. indem wir mit Leuten und unabhängigen Labels zusammenarbeiten, denen wir menschlich vertrauen und umgekehrt. Was uns von klassischen Hardcore-Bands vielleicht am meisten unterscheidet, ist, daß wir niemals versuchen, andere von unseren Ansichten zu überzeugen und auf der Bühne herumlamentieren.

Die Biographie ist nicht ganz neu...aber trotzdem diesbezüglich noch eine Frage: "No Compromises, and with big emotions." Wie kann das über die Musik umgelegt werden? "Emotionen" bzw. "Emo" wurde zwischenzeitlich nicht nur zur leeren Phrase sondern fast zum Schimpfwort...dabei lebt doch jede Musik davon...oder?

Klar lebt die Musik oft von den Emotionen der teilhabenden Menschen. Emotion als Ausgangspunkt für Aktion oder Reaktion, was Musik machen und Musik hören betrifft, ist nicht nur möglich, sondern meistens auch der Fall, aber für mich nicht unbedingt ausschlaggebend um Musik gut oder schlecht zu finden. Dasselbe gilt ja im Übrigen auch für Phrasen wie "Groove" oder "In time". Das hängt alles von den Hörgewohnheiten und den momentanen Bedürfnissen ab.........."With emotions" wird hoffentlich nicht gleich zu "Emocore" vereinfacht.

Ich habe im Zuge der "Recherche" nach langer Zeit wieder einmal eure 7" angehört. Dann noch euer erstes Album und dann eben eure neuen Songs. Musikalischen Stillstand kann man euch keinesfalls vorwerfen. Hat sich die ständige Weiterentwicklung einfach so ergeben, oder strebt ihr gezielt danach euch musikalisch zu verändern? Gibt es einen Drang zur laufenden Veränderung bzw. Selbstreflexion im weiteren Sinn?

Hmm. Naja, obwohl wir alles andere als eine Konzeptband sind, reden wir einigermaßen viel darüber was wir uns musikalisch vorstellen. Ich will das aber nicht überbewerten. Wir waren zwar nie eine Band, die "mal g'rade so los rockt..", aber auch keine, derer die Theorie im Weg steht, Rockmusik zu machen. Die laufende Veränderung und die dazugehörige Selbtreflexion, schätze ich als relativ natürlich ein. Erstens haben wir uns ja nie einem bestimmten Musikstil zugeordnet, was uns von Grund auf mal ziemlich viel kreativen Freiraum beschert hat. Zweitens, glaub' ich, daß du etwas, mit dem du dich viel beschäftigst und in das du viel Herz steckst, automatisch weiterentwickelst, da dir wahrscheinlich sonst schlicht und einfach fad wird. Drittens ist es wohl keine Neuigkeit, daß du mit 16 einen anderen musikalischen Horizont hast als mit 23.

Nochmal zur Biographie (die euch sowohl auf eure Musik, als auch in bezug auf eure laufende Weiterentwicklung ganz gut zu beschreiben scheint): "Straightness/Weirdness-potentials" - können diese Rollen einzelnen Bandmitgliedern zugeschrieben werden? Sei es in bezug auf Organisation des "Bandalltags" oder Entstehung der Songs?

Die Rollen sind schon auf eine gewisse Art zugeteilt. Ich habe mehr oder weniger konkrete Vorstellungen über einen Song, kann diese Ideen aber meist schlecht erklären, sodaß Raum für meine zwei Mitspieler entsteht. Das Organisatorische teil ich mir mit Husbert Huber. Claus, der Schlagzeuger nimmt die vielleicht nicht unwichtige Rolle des ewigen Nörglers ein. Straight und weird ist hier ein jeder.

Das "Arsenal of Codes"-Album habt ihr in Deutschland mit Bernhard Hahn in vier Tagen aufgenommen. Jetzt folgte quasi ein größerer Schritt und ihr habt mit Steve Albini in Chicago aufgenommen. Größerer Fragenblock zu den Aufnahmen: Wie seid ihr mit Steve Albini in Kontakt gekommen? Wie lange hattet ihr Zeit um alles aufzunehmen? Wie habt ihr das alles finanziert (wobei Steve Albini in einem Interview mit dem Kerrang versichert hat, dass sein Studio nicht teurer als andere sei - aber bei Euch kam der Flug etc. hinzu)? Inwieweit haben Albini bzw. Shellac (die arbeiten ja alle dort - oder?) mit in den Entstehungsprozess eingegriffen (Producer vs. Engineer)? Was gibt es allgemein zu den Aufnahmen zu erzählen (gab es abseits des Online-Tagebuchs noch Erlebnisse?)?

Kennengelernt haben wir uns in München wo wir als Vorband von Shellac spielten. Als ich ihn dann später per email gefragt habe, ob er sich vorstellen kann, uns aufzunehmen, kam die Antwort: I would be happy to do it. Das war's dann auch schon. Allgemein gesagt, kam uns Steve vorort in allen Belangen sehr entgegen. Obwohl wir z.B. das Studio nur für 5 Tage gemietet haben, waren wir dann ca. 9 Tage am arbeiten und konnten dann auch noch zusätzliche Nächte dort schlafen. Die 4 Extra-Tage hat er uns dann gar nicht verrechnet.... Du sagst es ja schon: Im Vergleich zu anderen Studios ist Electrical Audio nicht teurer. Außerdem ist sich Albini über die finanziellen Möglichkeiten einer kleinen Band sehr bewußt und versucht einer solchen auch soweit wie möglich entgegen zu kommen. Ihm geht's letztendlich darum, im Sinne der Band eine gute Platte zu machen. Das ist auch das was ihn antreibt bzw. zufriedenstellt, sagt er. Da wir im Studio schnell arbeiten und nicht viel herumscheissen wollen, hielten sich die Kosten sehr in Grenzen. Das Geld für die Flüge und 2/3 der Studiokosten haben wir selbst bezahlt und kommt jetzt gerade durchs Live-Spielen wieder rein. Conspiracy und Trost, unsere beiden Labels, haben dann für den Rest auch noch was draufgelegt. Wie schon angesprochen erübrigt sich eigentlich die Antwort: Steve Albini tritt in keiner Sekunde als Produzent auf, sondern arbeitet tatsächlich zu 100 % dafür, die Ideen der Band umzusetzen. Todd Trainer wohnt zur Zeit in einem der Bandrooms, arbeitet aber nicht dort. Bob Weston ist zwar auch ein Recording Engineer, nimmt aber in verschiedenen Studios auf und war gerade in Texas als wir dort waren. Ach, kleine Geschichten und Eindrücke gäb's natürlich schon einige zu erzählen, ich bezweifle aber, daß sich jemand wirklich dafür interessiert.....

Wie kann das "Gefühl" beschrieben werden, dass einen Song nicht nur technisch perfekt macht (in bezug auf die Aussage, dass ihr Songs wieder und wieder eingespielt habt, obwohl sie technisch bereits perfekt waren...aber das "Gefühl" noch nicht gestimmt hat)?

Prinzipiell versuchen wir im Studio unseren Live-Sound einzufangen und so wenig wie möglich technisch zu kaschieren . Bis auf den Gesang nehmen wir auch immer alles live auf. Im Studio hast du aber nicht nur das Problem, den Song fehlerfrei einspielen zu müssen, sondern du stehst auch noch dazu in einem anderen Raum als deine Bandkollegen, siehst sie nur durch eine Glaswand und hörst den ganzen Krach, den du produzierst nur durch die Kopfhörer. Da braucht's du dann einige Takes und viel Konzentration um dann sagen zu können: Fast wie live!

Im Online-Tagebuch habt ihr geschrieben, dass ihr und Steve Albini hin und wieder unterschiedliche Sichtweisen hattet, wie Passagen klingen sollten? Gab es einen Trend wer auf wen gehört hat?

Das dürfte ein Mißverständnis gewesen sein. Wie wir es erwartet haben, hat sich Steve niemals bei Entscheidungen eingemischt, sondern mit seinem technischen Know How das umgesetzt was wir wollten. Gewisse Vorschläge seinerseits für Soundangelegenheiten gab's natürlich bzw. hörten wir uns sehr gerne seine Meinung an. Den Satz, den wir allerdings dabei oft zu hören bekamen, war -" I don't have a strong opinion- I am equally happy!"-, was eine Entscheidung natürlich nicht leichter macht. Schlußendlich haben wir ein Jahr lang an den Songs gearbeitet und uns auf's Studio vorbereitet, sodaß wir vorort dann auch sehr konkrete Vorstellungen hatten, wie alles klingen muß. Bekannterweise ist dies auch die Art und Weise, wie sich Steve die Zusammenarbeit mit einer Band vorstellt.

Inwieweit glaubt ihr, dass ihr jetzt von vielen Leuten den Steve Albini-Stempel aufgedrückt bekommt?

Um ehrlich zu sein, machen wir uns darüber keine Gedanken. Wir selber drücken uns ihn ja auch nicht rauf. Wir drei und die Leute die konkret etwas mit Valina zu tun haben wissen, was wir an Steve Albini's Arbeit und an seiner Person schätzen und was somit zur Entscheidung mit ihm aufzunehmen geführt hat. Das reicht.

Seid ihr mit den fertigen Songs zufrieden? Das Album scheint auf jeden Fall etwas weniger vertrackt und ruhiger zu sein als das Vorgängeralbum. Vielleicht mit ein wenig mehr an Melodien und weniger Breaks. Obwohl diese nach wie vor eine zentrale Rolle spielen. Wie seht ihr das?

Ich höre einen Song immer nur als Song, und nicht als Song mit vielen Breaks. Insgesamt haben wir mehr Zeit und Arbeit in die Songs gesteckt, was uns die Gelegenheit gab, mehr wegschmeissen zu können und wieder neu anzufangen. Was die Zeit betrifft, gilt das auch für den Gesang und die Texte. Bei Beendigung der Aufnahmen und nach dem Abmischen hatten wir dann natürlich alle im Studio einen guten Grinser im Gesicht.

Vor allem "Ship To Escape" fällt durch das Glockenspiel (?) deutlich auf. Genauso wie "Comes The Horsehead Thinker" sowie "St. Petersburg Me Cannibal" durch den "anders" gesungenen Refrain. Seit wievielen Jahren verwendet ihr eigentlich die Trompete ("The Akrobat 36")?

Die Trompete kam mehr oder weniger zufällig dazu, als wir vor drei/vier Jahren damit begonnen haben, live zwischen den Songs ein wenig zu improvisieren. Ich mag rein vom Klang und der Power her Blasinstrumente wie die Trompete, das Alto Sax und die Posaune sehr. Mal sehen was wir mit der Trompete noch machen. Vielleicht sollte ich mal lernen, sie zu spielen.

Welche Erwartungen setzt ihr in das aktuelle Album? Habt ihr einen Vertrieb in den USA? Wenn ja - welchen?

Wir haben gar keine Erwartungen. Schon gar nicht was Dinge wie Geld oder vielleicht Bekanntheitsgrad betrifft. Wir sind uns über unseren Status als kleine österreichische Undergroundband bewusst und fühlen uns mit unseren Möglichkeiten sehr wohl. Ich freu mich auf die einmonatige Europa-Tour im März und daß es es jetzt schon Konzertanfragen gibt. Glaub schon, daß es da einen kleinen Vertrieb in den USA gibt, der ein paar Stücke nimmt. Recht viel wird das aber nicht sein. Ich hab mir auf alle Fälle die Adressen der Plattenläden notiert, die in Städten wo wir gespielt haben, Platten haben wollen....

Wie wird das Cover aussehen? Wer wird es gestalten?

Es wird relativ einfach gestaltet sein. Wir haben mit 2 Collagen der amerikanischen Künstlerin Melissa Grimes gearbeitet. Es zeigt eine Körper-Silhouette und einen Kopf eines kleinen Jungen, der wiederrum aus lauter Einzelteilen besteht. Technisch ausgeführt wurde das Cover von einem Freund aus der Kapu.

Habt ihr schon etwas von der Billy Corgan & Ex-Slint-Gitarristen Band gehört? Wenn ja, wie klingen die?

Nein. Und wenn ich die Musik nicht vielleicht irgendwann in einem Kaufhaus nebenbei zu hören bekomme , bezweifle ich ob ich jemals wissen werde wie sie klingen. Wir drei lieben zwar die Slint-Platten, konnten aber noch nie etwas mit Billy Corgan's Musik sprich den Smashing Pumpins anfangen. Die Welt (auch von dieser neuen Band) ist ja nicht nur in musikalischer Hinsicht eine Welt mit der wir nichts zu tun haben. Lustig für uns war, daß wir einmal bestätigt bekommen haben, wie wenig so eine Riesenproduktion, die sozusagen im Studio neben uns im Gange war, mit unserer Vorstellung von "Musik machen" und "eine Platte aufnehmen" zu tun hat. - Da gab's scheinbar neben den "wichtigen" Leuten, die nicht von der Band waren, aber sich herumtummelten, einen Produzenten (hab den Namen vergessen), der in den Wochen bevor wir angekommen sind, nichts anderes zu tun hatte als viel Geld damit zu verdienen, in der Lounge abzuhängen, zu kiffen und Videos zu schauen, der nie bei der Band war ..und der dann einfach in den Flieger nach L.A. steigt und abhaut ohne der Band bescheid zu geben. Für uns alle inklusive Steve, der nie in das andere Studio blickte, war das natürlich nur ein weiterer running gag, neben der für uns unverständlichen Tatsache, daß man sich ein Studio für ganze 2 1/2 Monate mietet um dort nur das Schlagzeug aufzunehmen.

Wieviele Shows habt ihr nach den Aufnahmen in Chicago eigentlich in den USA gespielt? Was ist der große Unterschied zwischen Shows in Europa und Shows in den USA? Wir haben vier Shows in drei Bundesstaaten gespielt. Den größten Unterschied machen eigentlich die Rahmenbedingungen eines Konzerts aus. D.h. es gibt für all die Bands, die nicht über den Status größerer Bekanntheit verfügen, nichts zu essen, keine freien Getränke, keine Übernachtungsmöglichkeiten und kaum Geld. Die Konzerte müssen dann auch spätestens um Mitternacht vorbei sein, weil die Clubs, die wie Bars geführt werden und natürlich keine Subventionen erhalten, zusperren. Was das Publikum betrifft, hatte ich nicht den Eindruck, daß es da klar zu definierende Unterschiede gibt, außer daß es ungleich schwieriger ist, Leute zu einem Konzert einer kleineren Band zu locken, da es von solchen natürlich Tausende gibt. Wir hatten im Übrigen bei unseren Shows hinsichtlich der angeführten Punkte und mit einem Publikumsschnitt von 60 Leuten ziemliches Glück. Uns wurde von den anderen Bands gesagt, daß dies durchaus an dem kleinen Exoten-Bonus liegen kann, den wir als eine der seltenen europäischen Bands in den USA vielleicht hatten.

Wie sehen die US-Hardcore Kids denn aus - da ihr sie als "modern hip and goodlooking" beschreibt?

Naja, ich glaub', nicht anders als hier. Das sollte im übrigen auch nicht abwertend gemeint gewesen sein. Ich möchte halt über jede Art von Uniformierung ein wenig lächeln können, obwohl ich mir bewusst bin, daß jeder, der sich in einer gewissen Szene aufhält, auch einem Kleidungscodex unterliegt, bloß daß mir das Nietengürtelchen von H&M fast noch bescheuerter als als die teuren HipHop-Klamotten vorkommt.

Fand diese Foto-Session bei dem Fotografen, bei dem ihr übernachten konntet wirklich statt?

Ja, am nächsten Tag. Das war wirklich ein sehr lieber Kerl, der uns da Unterschlupf geboten hat! Der wollte dann auch gleich mitfahren mit uns, weil er nicht verstehen konnte, daß eine Band, die auf Tour ist, keinen Fotografen dabei hat. Abgesehen davon, daß wir ohnehin keinen Platz mehr im Ford hatten, mußten wir ihm erklären, daß wir nur eine kleine, unwichtige Band sind.........

Wie sieht Dein bzw. euer Engagement in der Kapu aus?

Claus und ich engagieren uns hier in der Kapu. Nun ja, für mich hat sich damals in musikalischer und sozialkultureller Hinsicht eine neue Welt aufgetan wie ich als 15jähriger immer zu den Kapu-konzerten gelaufen. Gleich darauf hab ich begonnen aktiv mitzuarbeiten. Poster gehängt, Flyer verteilt, geputzt, an der kassa gesessen und Bier getrunken. Ziemlich bald hab ich mich auch beim Konzertbooking eingeklinkt und mach dieses nun auch schon seit ca. 6 Jahren. Vor drei Jahren hab ich die Geschäftsführung hier im Verein übernommen und verdiene dadurch auch meinen Lebensunterhalt. Claus, der ein wenig nach mir dazugestoßen ist, hat sich sehr bald für Radio und Netzaktivitäten interessiert, und macht u.a. auch Kapu-Radiosendungen.

Abschließend noch ein paar grundsätzliche Fragen zu Valina: Wie lange gibt es euch schon? Besteht ihr seit Anbeginn in der selben Besetzung? Seid ihr zuvor noch in anderen Bands aktiv gewesen bzw. gibt es jetzt noch Nebenprojekte?

Wir haben 95 begonnen und immer in dieser Besetzung gespielt. Keine wirklichen Nebenprojekte zur Zeit. Claus hat auf dem kleinen Interstellar -Label vor einem Jahr eine Kassette rausgebracht. Ich hab von 97 bis 2000 bass bei meinen freunden von strahler 80 gespielt. Link:

: related link :

http://www.trost.at/valina