: beat, bond & blumenkinder :

text: andreas probst

Die Suche nach Freiheit könnte als Motto der frühen 60er Jahre gelten. Es gibt viele Menschen, die nur mittelbar leben. Sie haben auf jede Suche und auf die Idee der Suche überhaupt verzichtet. Aber auch der Glaube eine solche abgeschlossen zu haben, kann nicht die Antwort sein.

Darüber gibt es ein schönes Wort in den Upanischaden: „Verweilt nicht dort, wo ihr gefunden habt.“ Dieses Thema, die Suche nach Freiheit, ist auch der Grundgedanke des 60er Kultfilmes „Easy Rider“. Da er in Amerika entstand, besteht der erste Schritt in Richtung Freiheit darin, sich genügend Geld zu beschaffen, und der zweite darin, sich frei zu bewegen. Daß es aber am Zustand der Gesellschaft liegt, daß man nicht frei, ja nicht einmal ein klein wenig frei leben kann, zeigen der Film und die Entwicklung der darauffolgenden Jahre immer deutlicher. Selbst die Rolling Stones konnten mit ihrer Revolutionshymne „Sympathy For The Devil“ keine Antwort darauf finden, und auch der Weg ins innere Exil mittels verschiedener Drogen á la Timothy Leary´s Lehrstück „Turn on, Tune in, Drop out“ erweist sich für die meisten als Sackgasse.
Kaum jemand hat diese neuen kulturellen Strömungen und Umwälzungen in der Kunst, der Musik und vor allem in der Literatur stärker beeinflußt als die amerikanische Nachkriegsgeneration der Beatniks.
Namen wie Kerouac, Bukowski, Ginsberg, Burroughs und Sanders sind Vertreter jener wilden Generation, die in den 50er und 60er Jahren bis heute den Rahmen einer kultur- und lebensfeindlichen Umwelt sprengen. Ausgehend von Beat, Jazz/Poetry und den Tagen der Kaffeehaus-Szene, entwickelte sich schließlich die Flower Power Bewegung aus der erst so richtig der Widerstand gegen den Krieg in Vietnam entstand, ein Widerstand, der von einem Großteil der Leute aus der Beat- und Hippie-Generation getragen wurde.
Die deutschsprachige Variante dieses Zeitgeistes dokumentiert das Buch „Beatles, Bond und Blumenkinder“ von Willi Resetarits und Hans Veigl. Beiträge von u.a. Friedrich Achleitner, Ludwig Hirsch, Roland Neuwirth, Hermann Nitsch, Gerhard Roth oder Peter Turrini bieten Einblicke in „unser Lebensgefühl in den 60er Jahren“. Vom ersten Mann auf dem Mond und Kennedy-Mord über Vietnam-Greuel und Afrika-Massaker bis Minirock, Beatles-Musik, Sexwelle und Herztransplantation – ein Jahrzehnt der Aufreger und Überraschungen.
Zeitgleich mit dem Buch erscheint bei Universal Music die CD „Beat, Bond & Blumenkinder“! Wie schon bei „Wickie, Slime & Paiper“ oder „Testbild, Twen & Nierentisch“ wird das Konzept für nostalgische Momente unter den Kindern der 60er Jahre sorgen. Diese Doppel-CD wurde kompetent nach Jahrgängen zusammengestellt und versammelt die größten Hits der 60er Jahre. Schlager und Hits u.a. von den Shadows, Cliff Richard, Connie Francis, Trini Lopez, Diana Ross & The Supremes, Temptations, Tom Jones und Drafi Deutscher lassen den Nostalgiegefühlen auf CD1 freien Lauf. CD2 beleuchtet mit Hits von The Byrds, The Troggs, The Beach Boys, Procul Harum, Eric Burdon & The Animals und Steppenwolf eher die psychologischen Anfänge der Rockmusik. Beide zuammen also die ideale Reise back to the roots.
Wie passend stellte doch Heinrich Heine mehr als hundert Jahre vor diesem Weltgeschehen fest: „Nichts ist dauerhafter als der Wechsel“.


Buch:
Willi Resetarits, Hans Veigl (Hg.)
Beatles, Bond und Blumenkinder
Unser Lebensgefühl in den 60er Jahren
(Böhlau Verlag Wien)

CD:
Beat, Bond & Blumenkinder
(Universal)