: FORMULA 1 2000 :

getestet von: ben

Am Anfang war der Fußball. Danach kam der Puck, der Basketball und das Eierlaberl. Nach unzähligen - jährlichen - Wiederauferstehungen der diversen Ballkünste beschert uns Electronic Arts nun was gänzlich anderes: ein Formel 1 Spiel. Weit und breit kein Mannschaftssport, statt dessen abgebrühte Einzelkämpfer. Kein Eis, Parkett oder Rasen – nur harter Asphalt.
Der Bolide wird gestartet, ein paar Runden werden gedreht und die Motivation säuft ab. Erster Gedanke nach dem Spielen: Die hätten besser bei Fußball bleiben sollen!
Die Graphik ist nicht wirklich berauschend, die Sprachausgabe ist lächerlich: "Sie sind auf Rang Dreizehnter (!)". Aber solche Details kann man ja ignorieren oder abschalten, die Atmosphäre und vor allem das Handling des Autos muß stimmen. Und wieder eine Enttäuschung. Rennflair null, Steuerung des Rennwagens minus fünf. Wer kein Lenkrad mit Pedalen besitzt sollte die Finger von diesem Spiel lassen und auf Microprose´s Grand Prix 3 warten. Mit der Tastatur ist das Fahren eine Qual. Wer ein Force Feedback Lenkrad hat braucht es gar nicht anzuschließen - die Effekte sind kaum spürbar.
Zurück zur Graphik: Selbst auf leistungsstarken Rechnern ruckelt die Darstellung, für ein Rennspiel nicht gerade vorteilhaft. Bäume, Reifenstapel, Boxencrew und ähnliches sind zweidimensional, grobpixelig und stehen wie aufgeklebt in der Landschaft herum. Einzig die Autos sind akzeptabel, aber da man sie entweder nur von hinten, im Rückspiegel oder schnell überholen sieht, ist das egal. Schließlich fährt man, um zu gewinnen und nicht um das tolle Design der Konkurrenz zu bestaunen.
Der einzige Pluspunkt des Programms ist seine Aktualität. Alle Fahrer der laufenden Saison sind vorhanden. Und noch besser: Alexander Wurz ist fast immer unter den Top 6.

Diese Spiel hat einige Mängel und ich rate daher von einem Kauf ab. Wenn jedoch folgende Bedienungen erfüllt werden, dann hat das Spiel doch einen gewissen Reiz: Ein schneller Computer, ein Lenkrad mit Pedalen, eine Graphikkarte mit TV-Ausgang und einen großen Fernsehapparat. Optional vielleicht Heinz Prüller dazu einladen und schon hat man echtes Rennflair!