: GABRIEL KNIGHT 3 :

getestet von: ben

Dieses Spiel ist wohl eines der letzten großen Adventures im alten Sierra-Stil. Man schlüpft in die Rolle von Gabriel Knight, einem amerikanischen Journalisten und Edelmacho. Seine Jeans und sein T-Shirt könnten nicht enger sein und der Klang seiner Lederstiefel erfreut jeden Country-Fan und LKW-Fahrer. Knight´s blonde Mähne läßt selbst Toni Polster vor Neid erblassen und seine Sprüche sind extra- chauvinistisch bis schadenfroh. Von der Handlung sei nur soviel verraten: Der Journalist und Hobbydetektiv wurde von einem schottischen Adeligen engagiert, um dessen entführtes Kind wiederzufinden. Knight´s Suche verschlägt ihn in ein idyllisches französisches Dorf. Hier beginnt das eigentliche Spiel. In aufwendiger 3D-Graphik marschiert man durch den Ort und beginnt, das Rätsel zu lösen. Das Spiel ist in drei Tage mit verschiedenen Zeitabschnitten unterteilt. Das Lösen bestimmter Aufgaben ermöglicht jeweils den Übertritt in die nächste Zeitebene. So kann man sich ruhig auf die in diesem Abschnitt wichtigen Rätsel konzentrieren ohne in Zeitdruck zu geraten. Diese Unterteilung hat aber den großen Nachteil, daß dem Spieler zwar alle Objekte jederzeit zugänglich sind, Mr. Knight die Gegenstände aber immer nur in einem gewissen Abschnitt als wichtig erachtet. Findet man anfangs einen Hut in einer Kiste, will Knight ihn nicht aufnehmen. Erst in einigen Zeitstufen später erkennt er ihn als wichtig an und nimmt ihn mit. Da die Rätsel nicht unbedingt schlüssig aufgebaut sind und der Spieler zum Teil nicht genau weiß was zu tun ist, artet das Spiel schnell in ein Herumirren von Ort zu Ort aus. Eine überaus nervige Angelegenheit! Andererseits gibt es wiederum Aufgaben die so spannend aufgebaut sind, das jede Aktion sofort ersichtlich ist und die Handlung voran treibt.
Graphisch wird auch einiges geboten. Zwar kann sich das Spiel nicht mit Halflife oder Quake3 messen, doch für ein Adventure ist die Graphik beträchtlich. Dies kostet natürlich Prozessorleistung und setzt eine schnelle Graphikkarte voraus. Diese prächtige Graphik lenkt leider ein bißchen vom Geschehen ab, im Detailreichtum übersieht man leicht das eine oder andere Objekt. Wenn dann ein Rätsel schwer zu knacken ist und Knight alle Plätze abklappert, wünscht man sich, daß die Programmierer mehr Zeit in die Rätsel als in die Graphik investiert hätten.
Gabriel Knight 3 empfehle ich allen, die die ersten Teile des Adventures kennen. Einsteiger sollten dieses Spiel meiden oder eine Lösung griffbereit halten, selbst geschulte Problemlöser werden an einigen Aufgaben verzweifeln. Da gute Adventures derzeit aber rar sind, nehme ich diese Schwachstellen in Kauf. Denn die gelungenen Passagen machen enorm viel Spaß und treiben die Spannung in die Höhe. Eine letzte Empfehlung noch: Das Spiel unbedingt in der englischen Version kaufen. Tim Curry (Rocky Horror Picture Show) leiht Gabriel die Stimme. Und an diesem makellosen Südstaaten -Akzent könnte sich selbst ein echter Amerikaner ein Beispiel nehmen.

Sonstiges: Graphikfehler bei GeForce – Karten

Testsystem: PII 450Mhz, 128MB RAM, TNT2