: MONKEY ISLAND 4 : Flucht von Monkey Island

Lucasarts - PC

getestet von: dr.gonzo

Endlich ist der vierte Teil von Monkey Island offiziell erschienen und macht seinem Namen alle Ehre. Für alle wahren Seeräuber und Piratenbräute ist es ein Fest wieder auf die verschiedensten und wahrscheinlich skurrilsten Seeabenteuer aller Zeiten zu gehen. Selbst wer noch nicht die Gelegenheit hatte, einmal mit dem männlichsten Piraten, den die Welt je gesehen hat, nämlich Guybrush Treepwood, die seltsamsten und abwegigsten Aufgaben zu erfüllen, wird sich durchaus schnell in die Atmosphäre von Monkey Island verlieben.

Das vielleicht gewöhnlichste Piratenspiel, das ein blinder Papagei mit depressiven Anwandlungen je erzählt hat, handelt wie immer von den Dingen, die ein Pirat so in seinem Leben durchmacht. Das dabei alltäglich Kämpfe mit der Bürokratie, erotische Gemälde von korpulenten Frauen, explodierende Katapulte und ähnlicher Humbug eine zentrale Rolle spielen, wird nur Neueinsteigern auffallen.

Die Story des vierten Teils beginnt mit der Rückkehr des glorreichen Duos Guybrush und seiner Frau Elaine Marley - sie ist übrigens die Gouverneurin - auf Melee Island. Doch irgendwie hat sich einiges seit ihrem letzten Aufenthalt verändert, und das liegt nicht nur daran, dass man Elaine für tot erklärt hat und kurzerhand ihr Haus abreißen will. Bizarre Dinge gehen auf der Insel vor, denn offensichtlich hat ein australischer Immobilienhai die Insel mehr oder minder aufgekauft, aber nicht nur das, noch dazu will er sich als neuer Gouverneur bewerben, womit allen klar sein sollte, dass es mit Sicherheit zu einem harten Wahlkampf kommen wird.

Für alle alten Freunde von Guybrush kommt spätestens mit der Titelmelodie der „Ach, die guten, alten Zeiten.....“-Effekt voll zum Tragen, den ersten Teil hat man ja sogar noch auf dem Amiga spielen dürfen. Und schon versinkt man in den teils äußerst abwegigen Dialogen über Regierungsjobs, Beleidigungsarmdrücken und dergleichen, lässt sich von der sehr stimmungsvollen Grafik verzaubern und wünscht sich, selbst einmal ein Holzbein zu haben. Von wegen Prothesen, da solltet ihr ...., aber zuviel wollen wir euch doch nicht verraten.

Was die technische Ausführung betrifft, so kann man eigentlich nicht allzu viel klagen, allerdings ist die Steuerung bei weitem nicht perfekt und man wünscht sich nicht nur einmal die alte Maussteuerung zurück, die bei den alten 2D-Abenteuern verwendet wurde. Die Grafik besticht durch sehr hübsche Hintergründe und 3D-Figuren, auch die Musik und die Sprachausgabe sind gut gelungen, obwohl die englische Sprachausgabe doch noch um einiges besser rüberkommt.

Alles in allem zu empfehlen. Übrigens, es gibt eine Demo zum Download im Netz für alle Unschlüssigen.

WERTUNG: 90%