: NO ONE LIVES FOREVER :

Fox Interactive

http://www.noonelivesforever.com/

getestet von: benjamin sterbenz

Sie heißt nicht Felecity Shagwell, auch nicht Alotta Vagina, sondern trägt den unauffälligen Namen Cate Archer, und trotzdem ist eine Beziehung mit Austin Powers nicht auszuschließen. Schließlich trägt sie hautenges Latex in bestem 60er Jahre Styling und einen kessen Haarreifen als Kopfschmuck. Sie kämpft in geheimer Mission für die Queen und ist not amused, wenn jemand handgreiflich wird. Daß die emanzipierte Cate den Verführungen von Austin Powers erliegt, ist allerdings ausgeschlossen, das Gegenteil ist hier viel eher der Fall.

Cate Archer ist die Protagonistin des 3D Shooters "No One Lives Forver". Wie der Titel schon erahnen läßt, geht es hier in bester James Bond Manier zur Sache. Die Bösen nennen sich H.A.R.M. und drohen, wie es bei Schurken eben üblich ist, mit der Vernichtung der Welt. Cate, Geheimagent im Dienste des britischen Geheimdienstes UNITY, soll dies verhindern und wird auf die unterschiedlichsten Missionen entsandt, um die Menschheit zu retten.
Die Graphik des Spiels zählt zu dem Besten, die Story zu dem Schrägsten, was derzeit geboten wird. Alles im Stil der Swinging Sixties. Musik, Ambiente und Sprache – alles very british.

Was dieses schicke Spiel zusätzlich so spielenswert macht, ist seine Länge. Die unzähligen Missionen bieten immer wieder Neues, für spannende Momente ist reichlich gesorgt. Gimmicks a la James Bonds Q bilden das Tüpfelchen auf dem I. 4 Schwierigkeitsgrade ermöglichen es überdies, die Anforderungen gut an den Spieler anzupassen, niemand sollte daher überfordert sein.

Einige Kritikpunkte gibt es allerdings schon:
Die tolle Stimmung wird ab und zu von den Sprechern zerstört. Scheinbar konnten sich die Entwickler nicht mehr "Stimmen" leisten, weshalb die engagierten Sprecher das ganze Spektrum an Figuren abdecken müssen. So kommt es nicht selten vor, daß ein schottischer Schurke einem Deutschen zum Verwechseln ähnlich klingt. Das zerstört ein bißchen die Harmonie im Spiel. Weiters gibt es ab und zu Stellen im Spiel, die nur nach mehrmaligem Probieren zu meistern sind. Im Gegensatz zu - vom Spielprinzip ähnlichen - Deus Ex sind nicht alle Schritte im Spiel ersichtlich und logisch. Dann muß man ausprobieren und oft sterben, um den richtigen Weg zu finden.

Im Großen und Ganzen sind diese Mankos aber zu verkraften. Die tolle Atmosphäre, die witzigen Dialoge, das grandiose James Bond/Austin Powers Feeling und die spannenden Missionen wissen, zu überzeugen und zaubern einen hervorragenden Gesamteindruck.

WERTUNG: 9/10