: Perfect DARK :

Rare - N64

getestet von: dr.gonzo

Endlich, nach über zwei Jahren, während denen am N64 kaum Spiele für das etwas ältere Publikum zu finden waren, ist nun endlich das langersehnte und herbeigewünschte Megagame PERFECT DARK von Rare in Amerika eingetroffen. Viele (wenn nicht alle N64-Besitzer) werden sich noch an den Vorgänger Goldeneye erinnern, der damals das absolut genialste Shooter-Game weit und breit war. Tja, offensichtlich ist das aber wirklich schon lange her, schließlich gibt es ja heutzutage allein auf dem PC mehr Ego-Shooter als Spiele am N64. Hat sich das Warten gelohnt? Nun, all jene, die ein Gorilla-Training in den Anden absolviert haben, werden sich in ihren Erwartungen bestätigt fühlen, einmal mehr hat Rare nicht nur einen Hype kreiert, sondern auch tatsächlich ein wirklich absolut erstklassiges Spiel abgeliefert. Das Warten hat sich gelohnt!

Ihr seid Joanna Dark und habt mördergeile .. Waffen, ja. Ihr seid als Agentin vom Carrington Institute beauftragt, einen sehr seltsame Konzern namens dataDyne zu infiltrieren (dataDyne erinnert aus irgendeinem Grund an Terminator2 ?!). Wie immer hat die hochintelligente Regierung ihre Kraken im Spiel, es geht auch um Aliens, ihr müßt wie sooft in Spielen die Kastanien aus dem Feuer holen und das Ding schaukeln, damit mal wieder die Post abgeht. Zu Beginn müßt ihr Dr. Caroll finden, die gegen ihren Willen in dem Gebäude von dataDyne festgehalten wird. Irgendwann dann werdet ihr auch in die berühmte Area51 befördert, die ja angeblich auch in Wirklichkeit streng geheime UFO-Experimente durchführt, weswegen selbst jeder Kuala-Lumpur Straßenkehrer schon von diesen gehört hat und blind den Standort auf einer Landkarte von Amerika finden kann. Trotz dieser kleinen Kritik an Erich von Däniken ist die Story von PD absolut astrein und um einiges besser als die typische Durchschnittskost, die man normalerweise vorgesetzt bekommt ("Hallo, ich bin ein frustriertes Gummibärli aus der Thomas Gottschalk-Werbung und möchte die Weltherrschaft, etc.").

Kommen wir nun zu einem Aspekt, der in letzter Zeit leider zunehmend die Wertung verschiedener Spiele beeinflußt : die Grafik (gute Grafik macht noch lange kein gutes Spiel!!). Trotzdem braucht man als Spieler jetzt nicht gleich das Weite suchen, denn es herrscht nicht die üblich Nebelsuppe im Spiel vor, die man sooft bei Nintendo64 Produkten bemängeln muß, sondern allerfeinste Grafik, die sehr gut rüber kommt. Obwohl PD seine Wurzeln nicht verleugnen kann, hat man doch deutlich den Polygoncount erhöht und auch Texturen und Light-Sourcing Effekte verwöhnen die Ohren des Spielerauges. Die Gegner sind absolut entzückend animiert, solltet ihr von einem provoziert werden (loitering with intention), dann könnt ihr seine innersten Werte nach außen an die dahinter liegende Wand befördern (PD ist sicher kein hirnverbranntes Macho-Rambo-Geballere, daß sinnlose Gewalt predigt, nur um das klar zu stellen). Einziger Kritikpunkt sind sehr selten auftretende Einbußen bei der Framerate, die aber nicht wirklich stören.

Sound: Dolby-Surround, hmhm! Multiplayer ist auch absolut geil. Also, Joysticks anwerfen, Sparschwein zersägen und beten, das Perfect Dark schnell nach Europa kommt.

WERTUNG: 93%