: SHENMUE :

- Sega
- Dreamcast

getestet von: dr.gonzo

Gott sei dank ist endlich Weihnachten. Viele Menschen genießen die vorweihnachtliche Zeit bis zur Besinnungslosigkeit vor dem Punschstand während unsereins bis zur Blindheit vor dem Fernseher hockt, um sich alle die unzähligen Spiele reinzuziehen, die aus Gründen der zwischenmenschlichen Wärme direkt vor Weihnachten auf den Markt geworfen werden. Nur böse Menschen sehen hier einen direkten Zusammenhang mit dem Fest der Liebe (laut einem Prospekt unseres Händlers wohl eher fest einkaufen). Doch heute wollen wir den schnöden Kapitalismus nicht anprangern, denn unter Marx hätte ein Shenmue eher sehr wenig Chancen gehabt (na ja, vielleicht auf einem Amstrad2).

Shenmue ist auf jeden Fall was, um mal richtig mit der Dreamcast anzugeben, dazu reicht schon alleine das zwei GD-Boxen Set, in dem sich sage und schreibe vier GD-Roms befinden. Alles verpackt in einer netten Box. Fühlt sich sehr gut an

Nun zum Spiel. Und was für ein Spiel. Wahrlich eines dieser Spiele, das man nicht so schnell vergisst und mit dem wortwörtlich Tage verbringen kann (sowohl virtuell als auch real). Genau da wird Shenmue nämlich so richtig interessant, ihr erlebt tatsächlich alles so realistisch wie möglich, die Leute tun, was sie so tun (kochen, essen, einkaufen), das Wetter ändert sich vollkommen zufällig (nicht nur bei einem Auftritt des bösen Widersachers, wie es uns die Hollywood-Realität manchmal einzureden versucht), ihr könnt öffnen was ihr seht, anfassen, benutzen, einstecken, kaufen (Cola!), was auch immer. Dabei gibt es so nette Dinge wie ein Sega Saturn in eurer Wohnung, ihr könnt aber auch ein Master System virtuell erwerben.

Ah, die Grafik. Nervt euer Nachbar mit seiner neuen PS2 ? Zeigt im ein paar Bilder von Shenmue, und dann fragt ihn wie viel er für sein Spielzeug gezahlt hat. Genau, die Grafik ist ausgesprochen wohltuend gelungen (alles in bestem 3D – absolut beeindruckend) und entspricht dem sehr hohen Niveau des gesamten Spiels – von der Steuerung zum Sound bis zur Sprachausgabe.
Ein Wehrmutstropfen ist sicherlich der Umstand der fehlenden deutschen Sprachausgabe, auch konnten wir keine Option für deutsche Untertitel entdecken, (da wir das Spiel allerdings nach dem ersten Anspielen für mehrere Tage nicht mehr aus dem Kosolenschacht entfernt haben bzw. die Konsole abgedreht haben bzw. geschlafen haben, könnten wir diesen Punkt durchaus übersehen haben - welchen Tag haben wir, ist es jetzt noch 1986, wo ist die Mauer??).

Jetzt haben wir doch glatt auf die Story vergessen. Nun, ihr übernehmt in diesem Spiel-Film die Rolle von Ryo Hazuki, dessen Vater von einem brutalen Finsterling vor seinen Augen hingemetzelt wird, alles wegen einem mysteriösen Spiegel. Leider hat Ryo keine Chance gegen den Widersacher und muss – selbst halb bewusstlos – mit ansehen, wie sein Vater stirbt. Eure erste Aufgabe besteht darin, herauszufinden, wer dieser Bösewicht war und warum euer Vater sterben musste und natürlich was es mit dem seltsamen Spiegel auf sich hat.

Fazit: Wir sehen uns in Tokyo.

Wertung: 10/10