: SYPHON FILTER :

989 STUDIOS - PSX

getestet von: alexander ghafouri

Na, was haben wir denn da. Völlig überraschend hat man sich offenbar bei SONY EUROPE dazu durchgerungen, bei uns doch ein etwas umstrittenes Spiel zu veröffentlichen. Ja, bei UNS im deutschsprachigen Raum, da wir leider alle - egal ob Österreich, Schweiz oder Deutschland - unter den unbarmherzigen Blicken der Indizierungsgroßmeisterei aus Deutschland zu leiden haben. Natürlich wollen auch wir nicht, daß irgendwelche gewaltverherrlichende Spiele in die falschen Hände geraten (z.B. von Kindern, Al Bundy oder der Nachrichtensprecherin), aber daß man hier überhaupt nicht zwischen den erwachsenen und den unqualifizierten Spielern unterscheidet, schmerzt doch sehr. Nun gut, jetzt wäre ja alles nicht so schlimm, wenn nicht alle Games in erster Linie für den deutschen Markt lokalisiert würden und somit alle anderen (Österreich und Schweiz) eben auch nur die gekürzten oder geschnittenen Versionen ausgeliefert bekämen. Dasselbe gilt eben auch für Syphon Filter, wo man jetzt eben grünes statt rotem Blut verwendet hat. Dafür sind alle Texte auf deutsch, auch die Charaktere sprechen deutsch, insofern wieder ganz nett.

Genug geschwafelt, denn dieses Manko hat eigentlich überhaupt keine Auswirkung auf den Spielspaß des neuen Agententhrillerspionageinfiltrierungsgames. Die Story erzählt von einem Bösewicht namens Erich Rhoemer aus Leipzig in Deutschland (kein Witz!!), der irgend etwas Böses mit einem Virus im Schilde führt, wobei er natürlich tatkräftig von anderen Schurken unterstützt wird. Aber da gibt es auch noch die Gegenseite - Gabriel alias Gabe Logan samt seiner netten Kommunikationsexpertin Lian Xing - die für den Geheimdienst CBCD (=Chemical and Biological Defense Command) arbeiten. Mehr wird hier zur Story nicht verraten, so spannend wie MGS ist es jedoch sicher nicht. Nach dem Start des Games erscheint zunächst ein etwas seltsamer Rendervorspann (Marke Eigenbau?!), der durch später immer wieder auftretende Zwischensequenzen in der selben eigenartigen Qualität fortgeführt wird. Dann geht's aber auch schon mitten ins Vergnügen und ihr findet euch in einer Großstadt wieder, wo sofort geballert wird, was die Kugeln hergeben. Dabei werdet ihr von so netten Dingen wie Auto-Aim und natürlich massenhaft verschiedener Waffen unterstützt (9-mm Pistole, 45er Pistole, verschiedene Maschinenpistolen, Schrottflinten, Granaten, C4-Sprengstoff, Scharfschützengewehr (Goldeneye sei dank), Granatenwerfer, etc. pfuh). Es wird aber nicht nur geschossen, sonder ihr müßt natürlich auch diverse Aufgaben lösen, Schalter finden, usw.

Was ist aber nun von Syphon Filter insgesamt zu halten? Nun, zuerst muß einmal leider ganz deutlich die Grafik bemängelt werden, die ist nämlich nicht so toll. Zwar ist es nicht zum Abkotzen häßlich, aber die Grafik-Programmierer hätten sich ruhig mehr Mühe geben können. Was den Sound betrifft: eigentlich ganz nett, weder störend noch besonders aufregend (ist aber hier sicher auch eher unwesentlich). Die Missionen selbst sind abwechslungsreich, nur müßt ihr manchmal schon sehr viel hin- und herlaufen bevor ihr weiterkommt, da leider nicht immer offensichtlich ist, was als nächstes von euch erwartet wird. Alles in allem ein ganz gutes Spiel für Zwischendurch, aber sicher nicht der Knaller des Monats. Wer auf Agentenspiele steht , sollte ruhig mal reinschauen, alle anderen müssen sich aber auch nicht unbedingt davon abwenden. Vom bedingungslosen Kauf sei euch aber jedenfalls abgeraten, denn Syphon Filter ist nicht jedermanns Geschmack und streckenweise doch recht brutal.

WERTUNG: 78%