: niemalsland : gaiman, neil

 

getestet von: bernhard steinmayer

Gaiman, Neil: Niemalsland: Roman / Neil Gaiman. Aus dem Engl. von Tina Hohl.
1. Auflage. ? Hamburg: Hoffman und Campe, 1997
Einheitssacht.: Neverwehere <dt.>
ISBN 3-455-02307-X

Richard Mayhew lebte eigentlich ein ganz beschauliches Leben in geregelten Bahnen. Als Mitarbeiter eines Londoner Wertpapierbüros, hat er eine gehobene Stelle und sein ereignisloses Leben ist schon so gut wie vorgezeichnet. Mit seiner ehrgeizigen Freundin ist er (mehr oder weniger) glücklich. Kurzum eine fade und unbedeutende Existenz. Dies ändert sich schlagartig, als er eines Tages einem Mädchen hilft, welches blutüberströmt und verdreckt mitten aus einer Mauer zu kommen schien. Ab diesem Zeitpunkt ist nichts mehr so wie es wahr. Das Mädchen heißt Door und hat die Fähigkeit Türen durch bloße Berührung zu öffnen. Richard, der seit seiner Hilfeleistung in der "normalen" Welt nicht mehr wahrgenommen wird, und dessen bisherige Existenz quasi ausgelöscht ist, lernt eine Welt kennen, die sich unterhalb Londons befindet. Unter-London, eine Welt voller Ungeheuer, Fabelwesen, Geistern, Heiligen, Engeln, Mördern und ausgestoßenen Menschen, die in der Gesellschaft Ober-Londons keinen Platz mehr haben. Door wird in dem gigantischen Labyrinth aus alten Abwasserröhren, stillgelegten U-Bahn Schächten und Kellern von zwei sadistischen Profikillern verfolgt die schon ihre ganze Familie ausgelöscht haben. Richard hilft Door bei ihrer Suche nach den Auftragebern und sie begegnen dabei mittelalterlichen Grafen die, samt Hofstaat in U-Bahn Zügen leben, verführerischen Grufti-Damen in schwarzen Samt, Zwergen, Amazonen und anderen seltsamen Individuen. 
Mit Niemalsland hat Neil Gaiman ein spannendes und interessantes Fantasy-Abenteuer geschaffen. Wer Gaiman vor allem als Autor der Comic-Serie Sandman kennt und schätzt, wird allerdings - zu Anfangs - etwas enttäuscht sein. Es fehlt bei diesem Werk das gewisse Etwas das die Comic-Serie auszeichnet. Trotzdem ist Niemalsland sehr fesselnd; Fadesse kommt während der gesamten Lektüre nicht auf. Das Buch ist lesenswert, obwohl die Kritiken in "Time Out" und "Wired" etwas zu enthusiastisch ausgefallen sind. Ein Kritikpunkt ist die deutsche Übersetzung, die an manchen Stellen nicht ganz so gelungen ist. Deshalb unbedingt die Orginalversion lesen.