/das nonsens buch: peter köhler (hrsg.) 

text: mich

Was und vor allem wie oder vielmehr wozu kann man alles das, was man eigentlich nicht zu sagen hätte, in sprachlichem Gewand zu Nichtabsichten des Sinns verbinden und folglich lineares, logisches, rationales Denken ad absurdum legen, um den Nichtsinn zu bestärken, Kapriolen mit und um das vielfach Gewöhnliche zu schlagen? Auch wenn es nicht danach klingt, aber die Rede sei vom Nonsens, einem Phänomen der Literatur, das das Abseits stets in Jenseitige und das Jenseitige stets ins Abseits zu stellen pflegt; einem Versuch, dem geradezu – im Vergleich zumindest – langweilig anmutenden Rad der Alltäglichkeit, einen gewaltigen Prügel zwischen die Speichen zu klemmen; dem vielleicht besten Versuch, im stehenden Zug die Notbremse schon in der Haltestelle ziehen wollen zu müssen oder dies zu können oder auch überhaupt nicht.
Den gewaltigen Überblick vom dreizehnten Jahrhundert bis zu lebenden Nonsensikern gibt Peter Köhler und bringt neben Busch, Ringelnatz, Morgenstern, Valentin und vielen mehr sogar Mozart und Lessing als Beispiele angewandter Schreibanormalitäten.
In diesem Sinne:
"Liebe Anrede!
Es grüßt Dich
Deine Unterschrift!"

Köhler, Peter (Hrsg.): Das Nonsens Buch. Stuttgart: Reclam 1999