: "Ich komme, ich töte, und ich gehe wieder!" :

text: thomas weber

 

Sepulvedas "Tagebuch eines sentimentalen Killers" beginnt mit einem schlechten Tag und endet mit dem "Tod und seine[n] Mariachis". Der Ich-Erzähler ist ein Profikiller und Held wie aus dem Nachtfernsehen. Bei einer (eher unwahrscheinlichen) Verfilmung müßte wahrscheinlich Bruce Willis herhalten.

 

Ganz dem Klischee entsprechend hat der als 42jähriger eine 24jährige Freundin, aus der er (Männerphantasien!) eine richtige Frau macht. Bruce Willis hat keine Freunde; deswegen unterhält er sich mit seinem besseren Selbst, seinem Spiegelbild. Was zweideutig auch der Leitspruch eines Lustmörders sein könnte ("Ich komme, ich töte, und ich gehe wieder!"), dagegen verstößt er. Irgendwann dann – x Leichen pflastern bis dahin seinen Weg – kommt ihm im Gespräch mit einem Flughafenklospiegel die Erkenntnis: Beruf und Gefühl hält ein Profi auseinander... Fazit: kurz, billig & unheimlich amüsant! 

Luis Sepulveda: "Tagebuch eines sentimentalen Killers", aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen, Hanser Verlag München 1999