: begegnung mit einem wahnsinnigen :.: skurille geschichten :.. alexander stecher

text: haz

Als ob sich jemand neben dich setzt. Dir irgendeine Geschichte erzählt. Eine von gestern oder vorgestern. Du wirst sie also kennen, zum Grinsen wird sie dich trotzdem bringen und du wirst das nächste Mal schon warten, daß jemand kommt, um dir zu erzählen.
So ist Stechers Buch, so sind seine "Skurrilen Geschichten". Keine literarisch aufwendige Anhäufung kleiner Stories, sondern simple Einfangung des Alltags (sprachlich sehr wienerisch) und gerade deshalb fühlt man sich ertappt.
Ein feines Geschenk für den nächsten Geburtstag. Es wird einem niemand übel nehmen. Geschenkpapier wird man auch nicht viel verbrauchen, etwas über 80 Seiten Text machen nicht dick.
"Was waren das für Tiere?"
"Ich weiß nicht, aber zum Niederführen wären sie zu schade."

Das Buch heißt "Begegnung mit einem Wahnsinnigen" und es meint: Normaler geht es nicht mehr. Der (schn)öde Geisteswahnsinn, das tägliche Hirnschwangertum wird vorgeführt. Sei es in einem Gespräch mit einem Freund über den Otto, den der angebliche Hodenkrebs baldigst aus den Leben nehmen wird, oder die Straßenbahnfahrt, die im Urwald endet, weil der Protagonist der Geschichte anscheinend sich das Leben selbst dichtet, vor Langeweile. Das versuchte Märchen am Ende zerrt am Auge, zu durchsichtig ist die versuchte Gleichung. Wunderschöne Prinzessin, vom Stahlburschen verschmäht, wandelt ihren Charakter in einen männerversklavenden Vamp und schlägt letztendlich fehl.
Es ist des Autors erste Buchveröffentlichung und Zeit wird ihn reifen lassen.

klaus bielefeld verlag isbn 3-932325-46-x