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teenage horror stories, lügen und andere gschichtln. 

text: thomas weber

 

Nahezu immer im Sand verlaufen die Nachforschungen zu allseits bekannten Geschichten a la "Einem Freund von meiner Schwester ist unlängst etwas passiert, das wirst du nicht glauben!"
Aber erstens tut sich kaum einmal jemand die Mühe an, solche unglaubliche Geschichten zu den vermeintlichen Quellen zurückzuverfolgen; und zweitens wäre es ja gewissermaßen ein unter Freunden nicht goutierbarer Tabu-Bruch, würden solche Geschichten wirklich einmal zurückverfolgt werden. Die absolute Voraussetzung, solche unterhaltsame Anekdoten erzählt zu bekommen, ist es eben, nicht nachzufragen, sondern zu schmunzeln und das Kuriose und Kreative an der Sache zu bewundern. Eine Sammlung dieser modernen Sagen (oder "urbanen Legenden") ist dieser Tage als billiges Reclam-Heftchen erschienen. In einfachem Englisch (und versehen mit Fußnoten, die unbekannte Vokabeln erklären) lesen sich die alleine fast so gut, wie wenn man sie von einem Freund unter der Hand erzählt bekommen würde.
Geschichten die so manchen davon abhalten werden in Zukunft Autostopper mitzunehmen finden sich in "urban legends" genauso wie Teenage Horror Stories, die in Amerika unter College Studenten und Nebenerwerbs-Babysittern die Runde machen. Empfehlenswert also auch für Angeber und Verlegene, die mit dem einen oder anderen Gschichtl auftrumpfen wollen. 
 

Urban Legends, Ausgewählt und herausgegeben von Heike Jüngst, Reclam Fremdsprachentexte, 1999