star trek X - nemesis (OV: dto.)

Start: 17.01.03
Lšnge: 110 min
Von: Stuart Baird (Regie)
Mit: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner, Tom Hardy, LeVar Burton, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, Whoopi Goldberg, Kate Mulgrew, u.a.

Da fliegt sie wieder, die gute alte USS Enterprise und das zum vermeintlich letzten Mal mit Captain Jean-Luc Picard am Chefsessel. Vorankündigungen wie diese gehören zwar in Star Trek Kreisen von jeher zum guten Ton, angesichts der zweiten Schlappe hintereinander, wären die Damen und Herren der Next Generation aber vielleicht wirklich gut damit beraten die immer enger werdenden Uniformen endlich an den Nagel zu hängen.

Wesley-Alarm gleich zu Beginn. Doch gerade bevor der wohl unpopulärste Star Trek Character aller Zeiten (sollte der nicht eigentlich irgendwo zwischen Raum und Zeit herumlungern?) den Mund aufmachen kann, zoomt die Kamera weiter in Richtung...argh... Marina Sirtis in einem Hochzeitskleid. Skandal! Was wurde aus der guten alten betazoiden Tradition des Nacktheiratens? Nicht das irgendjemand ein Verlangen danach verspüren würde Ryker, Troi und Picard wie Roddenberry sie schuf vor dem Altar stehen zu sehen, aber da geht's ums Prinzip.

Doch es kommt noch dicker, entdeckt die Crew auf einem abgelegenen Planten doch tatsächlich einen zweiten Data (Brent Spiner, seines Zeichens auch für das Scrip mitverantwortlich). "Aaaaah!", sagt der Trekker von Welt, "Lore is back (again)" - aber nichts da. In der völligen Negierung von sieben Jahren TNG-Historie, wundert sich auf der Enterprise rein gar niemand über den neuen Androiden "B4". Story-Kontinuität: Zero. Angesichts der berüchtigten Linientreue der Star Trek Gemeinde ein Bock der Extraklasse.

Es folgt der erste Auftritt des neuen Big Bads, Name: Shinzon (Tom Hardy), Aussehen: Picard in jung (weil Klon), Beruf: Romulan Star Empire Praetor (warum auch nicht?, Hobbys: Rache (was sonst?). Weil seine Kindheit auf Romulus nicht ganz so 1A verlaufen ist, muss natürlich die gesamte Menschheit dran glauben, zuerst aber Picard, der Lump. Spätestens nach der dritten Ansprache wird der Drang lauthals Shatner-like "Khaaaaaaaan!!!" zu brüllen fast übermächtig. Nichts neues also an der Evil-Front.

Nach dem desaströsen Vorgänger "Star Trek IX - Insurrection" kann "Nemesis" immerhin wieder in Sachen Inszenierung Pluspunkte sammeln. Heißt: mehr Sci-Fi-Action, weniger Humor. Als alleinstehendes Werk geht der Film, trotz einiger inhaltlicher Schwächen, durchaus in Ordnung, wer sich allerdings mehr als nur ein Wiedersehen mit altbekannten Figuren erhofft, auf den wartet unter Umständen eine bittere Enttäuschung.

Nicolas Ossberger