| ravioli (OV: dto.)
Start: 17.01.03
Länge: 79 min
Von: Peter Payer (Regie)
Mit:Alfred Dorfer, Gertraud Jesserer, Branko Samarovski, Günther
Paal , u.a.
Warum
stellt sich eigentlich postwendend schlechtes Gewissen ein, wenn man einen
Film wie "Ravioli" zu rezensieren hat? Als ob man etwas dafür
könnte, dass andere Menschen beim Versuch den durchaus lobenswerten
Ansatz, nicht immer nur auf Teufel komm raus lustig sein zu müssen
in die Tat umzusetzen, furchtbar einfahren.
Vorausschickend:
"Ravioli" hat nichts mit der Kinderserie aus den Achtzigern
zu tun. Rückblickend: leider. Vielmehr handelt es sich dabei um Alfred
Dorfers Kinoadaption seines Kabarettprogramms "heim.at", umgemodelt
auf ein 79-minütiges Trauerspiel im wahrsten Sinne des Wortes. Im
Zentrum steht Heinz Hoschek (Alfred Dorfer), in allen Belangen gescheitert
und nach dem Tod seiner Mutter nun endgültig reif für die tägliche
Dosis Dosenbier und Valium. In der nun leerstehenden Wohnung seiner Eltern
erinnert er sich an bessere Zeiten (jene mit Job, Frau, Kind), plauscht
mit eben einmal auf einen Sprung vorbeikommenden allegorischen Wesen und
überlegt Bademeister zu werden. Dazwischen gibt es Ravioli aus der
Dose.
Es
hätte spannend werden können. Zyniker ohne Lebensantrieb wie
Heinz Hoschek sind der Stoff aus dem neorealistische Depri-Träume
sind. Doch wo Schweigen angebracht wäre, muss man Günther Paal
als "Geist der Siebziger Jahre" ertragen, wo ein wenig Distanz
für mehr Nähe gesorgt hätte, gibt einem die Zoom-Taste
den Rest. "Das Gegenteil von gut ist gut gemeint", stylte uns
schon Textor von Kinderzimmer Productions entgegen.
Nicolas Ossberger
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