| waking life (OV: dto.)
Start: 10.01.03
Länge: 99 min
Von: Richard Linklater (Regie)
Mit: Wiley Wiggins, Trevor Jack Brooks, Lorelei Linklater, Ethan Hawke,
u.a.
Kaum
wiedereröffnet erfreut das Wiener Gartenbaukino seine Besucher Akt
auf Akt mit filmischen Highlights. Nach dem mehr als erfolgreich verlaufenen
Relaunch mit Aki Kaurismakis "The Man Without A Past" folgt
nun der nicht minder brillante "Waking Life" aus der Linse von
Richard Linklater.
Der
geneigte Zuseher und die namenlose Hauptfigur (Wiley Wiggins) haben zu
Beginn des Films mehr oder weniger das selbe Problem, sie wissen nicht
so ganz wie ihnen geschieht. Beide sehen sich nämlich nicht nur einer
immensen Bilderflut sondern auch einem nicht enden wollenden Strom aus
philosophischen Theorien ausgesetzt. Gemeinsam torkelt man zumeist als
stiller Rezipient durch Monologe über Kommunikation, Liebe, Leben,
Tod, erkennt Zusammenhänge, verwirft sie wieder, hört neue Thesen.
Nach einer guten dreiviertel Stunde die erste Verschnaufpause und schließlich
getrennte Wege, denn während der Beobachter von außen weiter
staunen darf, beginnt für den schweigsamen Helden die Zeit des Nicht-Erwachens.
Weit
über 30 Sequenzen, zuerst als Realfilm mit Digital Video gedreht,
danach von ebenso vielen Animationskünstlern bearbeitet, umfasst
Richard Linklaters Hardcore-Dozentur in Sachen "Dream is destiny".
Eine Arbeit, die vom Kinobesucher mehr verlangt, also nur zum Zwecke der
Berieselung Platz zu nehmen und sowohl Inhaltlich als auch optisch neue
Wege beschreitet. Nicht nur für Philosophiestudenten eine Pflichtübung.
Nicolas Ossberger
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