lost in translation (OV: dto. )

Start: 09.01.04
Lšnge: 102 min
Von: Sofia Coppola (Buch & Regie)
Mit: Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, u.a.

Nach der, wenn schon nicht brillanten, dann doch zumindest nicht ärgerlichen, Adaption von Jeffrey Eugenides "The Virgin Suicides", setzt Sofia Coppola bei ihrem Zweitlingswerk ganz auf hausgemachte Erfahrungen. Herausgekommen ist dabei eine Großstadtballade mit Licht und Schatten.

In "Lost in Translation" zeichnet Coppola den Tokio-Aufenthalt zweier US-Amerikaner nach, die, trotz kontinuierlichem Gewusel um sie herum, absolut kein Mittel finden ihrer Einsamkeit, der kulturellen Fremdartigkeit des Landes und dem Jetlag Herr zu werden. Bob Harris (Bill Murray) ist hier um für ein horrendes Honorar einen Werbespot für japanischen Whiskey zu drehen, Charlotte (Scarlett Johansson) hat kaum mehr zu tun, als das im Hotel zurück gelassene Beiwagerl ihres Ehemanns (Giovanni Ribisi) zu mimen. In der New York Bar im 52. Stock des Park Hyatt eine weitere Person "lost in translation" zu treffen, kommt dementsprechend beiden gerade recht. Leider verabsäumt es Sofia Coppola die Tokio-Odyssey der zwei Verwandten im Geiste frei von westlichen Vorurteilen und Klischees nachzuzeichnen, was insofern ärgerlich ist, da es ihr ansonsten durchaus gelingt, das Gefühl der Isolation in der Fremde zu visualisieren.

Einen echten Triumph stellt "Lost in Translation" allerdings für seine beiden Hauptdarsteller dar. Bill Murray, für den Coppola die Rolle seinerzeit eigens kreiert hatte, liefert eine beindruckende, Oscar-reife Performance ab und auch Jungstar Scarlett Johansson blüht erneut auf.

Nicolas Ossberger