|
paycheck (OV: dto.)
Start: 23.01.04
Länge: 119 min
Von: John Woo (Regie)
Mit: Ben Affleck, Aaron Eckhart, Uma Thurman, Paul Giamatti, Joe Morton,
Michael C. Hall, Colm Feore, u.a.
Mittlerweile
gehört bei John Woo das resignierende Kopfschütteln fast schon
ebenso zum Standardprogramm, wie die stets wiederkehrenden weißen
Tauben. "Paycheck" markiert diesbezüglich allerdings einen
ganz besonderen Tiefpunkt in der Karriere jenes Regisseurs der einst das
moderne Action-Kino revolutionierte.
Aufbauend
auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick, schickt Woo sein (erschreckend
farbloses) Ensemble diesmal knapp zwei Stunden lang durch einen Irrgarten
aus sinnentleertem Technogebabbel und scheinbar willkürlich aneinander
geketteten Verfolgungsjagden, ohne das dabei auch nur ansatzweiße
der Funken alter Tage überzuspringen gedenkt. Im Mittelpunkt der
künstlich aufgeblasen Story steht Michael Jennings (as ausdruckslos
as it gets: Ben Affleck), seines Zeichens High-Tech Ingenieur und in dieser
Position Liebkind der Branche. Wir schreiben das Jahr 2007 und der Technologiemarkt
ist hart umkämpft wie nie zuvor, weshalb für Profis wie Jennings
das Geld quasi auf der Straße liegt. Doch der Preis für den
Erfolg ist vermeintlich hoch, muss sich der Developer doch nach getaner
Arbeit die Erinnerung an sein Werken wieder ausradieren lassen. Im Falle
von "Paycheck" bedeutet dies: 92 Millionen Dollar Schmerzensgeld
für drei Jahre - Pech nur, dass unser junger Held kurz vor Ablauf
der Zeit, zugunsten eines kleinen Pakets mit wertlosen Krimskrams auf
das schöne Geld schriftlich verzichtet hat. Was folgt, ist die uninspirierte
Aufarbeitung der Geschehnisse, in deren Verlauf nicht nur eine altbackene
Action-Sequenz auf die Nächste folgt, sondern auch sämtliche
Personalfragen in Sachen Gut und Böse klischeehaftigst abgehandelt
werden.
Das
Ben Affleck den Film nicht würde retten können, war klar. Was
hingegen wirklich schmerzt, ist die kreative Bankrotterklärung jenes
Mannes, der mit Meilensteine wie "Bullet in the Head" und "The
Killer" dem internationalen Action-Kino die Ästhetik schenkte.
Nicolas Ossberger
|