underworld (OV: dto.)

Start: 30.01.04
Lšnge: 121 min
Von: Len Wiseman (Buch & Regie); Danny McBride, Kevin Grevioux (Buch)
Mit: Kate Beckinsale, Scott Speedman, Shane Brolly, Michael Sheen, u.a.

Trailer können manchmal schon eine ziemlich heimtückische Sache sein. Im Falle von "Underworld" beispielsweise musste man fast schon mit dem Schlimmste rechnen, vermittelte der Vorab-Teaser doch, höflich ausgedrückt, nicht gerade den besten Eindruck.

Doch das angekündigte Fiasko bleibt am Ende aus, denn auch wenn sich "Underworld" von Zeit zu Zeit ein wenig gar zu euphorisch der unfreiwilligen Komik hingibt, so kann man Regisseur Len Wiseman zumindest nicht unterstellen, dass er versucht hätte sein Publikum schleichend ins Jenseits zu öden. An Rasanz mangelt es dem Film nämlich nicht, au contraire. Gedreht in den Straßen von Budapest, startet die Story rund um den seit Jahrhunderten zwischen Werwölfen und Vampiren tobenden Konflikt von Beginn an voll durch. Holzpflock und Co. waren gestern, Kugeln mit Silbernitrat und UV-Licht sind heute. Für Serena (Kate Beckinsale, in einer ihr auf den Leib geschneiderten Rolle) nichts neues, immerhin kämpft sie in diesem Krieg schon länger als die meisten ihrer untoten Kollegen. Doch ein neues Element im Kampf um die Vorherrschaft der Nacht lässt die Vampir-Kriegerin aufhorchen, zeigt der Alpha-Wolf Lucian (Michael Sheen) doch verdächtig großes Interesse an einem Menschen. Mehr aus Neugierde, denn aus Sorge befreit sie den Jungarzt (Scott Speedman) deshalb aus den Fängen ihrer Feinde - eine in vielerlei Hinsicht folgenschwere Tat, denn nicht nur verliebt sie sich in den Normalsterblichen, sondern setzt damit auch den Startschuss für den großen Endkampf zwischen Vampiren und Werwölfen.

"Underworld" entpuppt sich im Laufe seiner zwei Stunden als kurzweiliges B-Movie, welches in erster Linie davon lebt, dass Regisseur Len Wiseman, in Ermangelung größerer budgetärer Mittel, auf handgemachte Tricks zurückgreifen musste. Was dem Film dank ausgeklügelter Ausleuchtung mehr Atmosphäre verleiht als so manchem überstylten CGI-Produkt. Wer kein Problem mit altbackenen Fantasy-Klischees hat und seine Erwartungen nicht allzu hoch schraubt, wird hier vielleicht sogar positiv überrascht werden.

Nicolas Ossberger