house of flying daggers (OV: shi mian mai fu)

Start: 06.01.05
Lšnge:119 min
Von: Zhang Yimou (Regie); Bin Wang, Feng Li (Buch)
Mit: Takeshi Kaneshiro, Andy Lau, Zhang Ziyi, Dandan Song, u.a.

Nach dem weltweiten Erfolg von "Hero" setzt Regisseur Zhang Yimou auch bei "House of Flying Daggers" wieder voll auf kunstvoll arrangierten Postkartencharme und hyperstilisierten Personenkult. Diesmal jedoch leider abwesend: das gewisse Etwas.

War die internationale Kritik bei "Hero" ob der vermeintlichen politischen Agenda des Films noch ein wenig zum Stirnrunzeln verdammt, dürfte die wertfreie Mantel und Degen Geschichte von "House of Flying Daggers" nun endgültig den Zeitgeist treffen. Wäre man gehässig, könnte man auch schlicht und ergreifend behaupten, die Produktion wirke, völlig konträr zum Vorgänger, als wäre sie extra für den westlichen Markt zurecht geschneidert worden. Keine Spur von chinesischer Nationalfindungsmythologie, dafür vollgestopft mit jeder Menge optischen Firlefanz, den das seit "Tiger & Dragon" auf Martial Arts-Gutfinderei getrimmte Publikum mit stolzgeschwellter Brust als Synonym für asiatische Kinokunst missverstehen darf. Das bringt im Laufe von zwei Stunden zwar den ein oder anderen stilistischen Höhepunkt mit sich, inhaltlich müss sich das in der Regel stets für Qualität bürgende Trio Takeshi Kaneshiro, Andy Lau und Zhang Ziyi jedoch durch eine äußerst vage Spionage-Liebesdreieck-Geschichte schlagen.

Zhang Yimou belegt mit "House of Flying Daggers" eindrucksvoll, dass kein Film ausschließlich von bunten Farborgien und fliegenden Dolchen leben kann. Selbst das herzerfrischendste Plündern des Shaw Brothers Backkataloges stösst irgendwann an seine Grenzen, in diesem Fall eher früher als später.

Nicolas Ossberger