| lemony snicket - rätselhafte
ereignisse
(lemony snicket's a series of unfortunate events)
Start: 28.01.05
Länge:108 min
Von: Brad Silberling (Regie), Daniel Handler, Robert Gordon (Buch)
Mit: Emily Browning, Liam Aiken, Jim Carrey, Timothy Spall, Jude Law,
Meryl Streep, Billy Connolly, Jennifer Coolidge, Luis Guzman, Craig Ferguson,
Jane Adams, Jamie Harris, Dustin Hoffmang, u.a.
Wird
man hierzulande bei der Erwähnung des Namens Daniel Handler nach
wie vor mit großen, fragenden Augen angesehen, gelten dessen Bücher
in den USA längst als Kulturgut. Nach knapp 30 Millionen verkauften
Einheiten folgt nun die obligatorische Kinoadaption.
Mit
zünftigen 100 Millionen Dollar ist das Budget für einen vermeintlichen
Kinderfilm schon einmal nicht gerade mickrig ausgefallen. Gut investiertes
Geld wie sich jedoch rasch herausstellt, besticht "Lemony Snicket´s
A Series Of Unfortunate Events" doch optisch mit einigen der schönsten
Set Designs der letzten Jahre. Und genau hier werden sich die Geister
zu scheiden beginnen, denn gerade weil sich Regisseur Brad Silberling,
sehr zur Freude der eingefleischten Fangemeinde sicherlich, überraschend
nah an die als Vorlage dienenden ersten drei Bücher hält, dürften
die etwas eigenwilligen Hirngespinste des Herrn Handler den ein oder anderen
Kinobesucher doch etwas verwundert zurück lassen. Schwarzer Humor,
gepaart mit Grimmscher Brutalität, in Szene gesetzt in einer Landschaft,
wie sie Tim Burton nicht besser hätte erfinden können - die
Welt der vom Unglück verfolgten Baudelaire-Waisen Violet (Emily Browning),
Klaus (Liam Aiken) und Sunny (Kara und Shelby Hoffman) ist jedenfalls
keine auf Zuckerwatte gebettete. Was zu einem nicht unbeträchtlichen
Teil auf Kosten von Count Olaf (Jim Carrey) geht, der nichts unversucht
lässt, um via Abmurksung der Jungerben ans Familienvermögen
zu kommen. Womit wir auch schon bei der Kehrseite der Medaille wären,
liefert Carrey hier doch wieder einmal eine seiner gefürchteten Über-Performances
ab, was den Film an so mancher Stelle leider unnötig ins Absurde
zieht.
Über
die volle Distanz gesehen, und das inkludiert im speziellen die prächtigen
Endcredits, funktioniert "Lemony Snicket´s A Series Of Unfortunate
Events" jedoch, am besten wohl als Kinderfilm für Erwachsene.
Von Perfektion zwar weit entfernt, liefert Silberling hier ein optisch
äußerst ansprechendes Märchen ab, welches sich angenehm
vom Schema F der Konkurrenz abhebt.
Nicolas Ossberger
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