tears of the black tiger (OV: fah talai jone)

Start: 14.02.03
Lšnge: 98 min
Von: Wisit Sasanatieng (Buch & Regie)
Mit: Chartchai Mgamsan, Stelle Malucchi, Supakorn Kitsuwon, Arawat Ruangvuth, u.a.

Einer der epochalsten finanziellen Einfahrer des Thai-Kinos auf Triumphtour quer über den Globus. Wisit Sasanatiengs farbenprächtiges Heroic-Kitsch-Spektakel durfte nicht nur 2001 das Publikum der Viennale begeistern, sondern ist ab 14.2. auch dazu ermächtigt im regulären Betrieb Herzen zu brechen.

Ein Stoff, so alt wie das Genre selbst. Sie, die Tochter aus gutem Hause (Stella Malucci), er (Chartchi Ngamsan), der gefürchtete Bandit. Zwei Menschen, von Anbeginn der Zeit für einander bestimmt, aber ohne gemeinsame Zukunft. Ein Liebe die nicht sein darf und schlussendlich natürlich auch nicht sein soll. Dazwischen: ihrem Meister hörige Revolverkugeln, Ennio Morricone und ein farbliches Inferno, welches in dieser Form sicherlich noch lange unerreicht bleiben wird. Ein Film, der äußerst detailverliebt das Thai-Kino der 60er-Jahre zitiert, dabei seine Italo-Western-Anleihen aber alles nur nicht verleugnet.

Wisit Sasanatieng zauberte mit seinem Langfilmdebüt "Tears of the Black Tiger" eines der im wahrsten Sinne des Wortes wohl schillerndesten Kino-Erlebnisse seit langer Zeit auf die Leinwand. Handwerklich zwar hochtechnologisiert, in seiner Dramaturgie aber dennoch äußerst impulsiv, erschuf der ehemalige Werbefilmer eine Welt in der seiner Figuren, ihre Körper und Gefühle, im völligen Einklang mit der Farbenpracht ihrer Umwelt existieren. Nie zuvor waren Lippen roter, Rache süßer und Herzen zerbrechlicher.

Nicolas Ossberger